Aktuelle GS1-Studie beleuchtet die Wirtschaftlichkeit verschiedener Transportbehälter-Systeme

Noch Optimierungspotenzial in der Prozesskette für Fleisch & Wurst

 
 

In der Lieferkette von Kotelett & Co. bestimmen sie das Bild: Die roten Euro E-Fleischkästen haben sich als gängige Transport­behälter etabliert. Eine gemeinsam von GS1 Germany, Unternehmen der Fleischbranche sowie Logistik- und Pooldienstleistern initiierte und finanzierte Studie schafft nun mehr Klarheit über die Kosten unterschiedlicher Mehrweg- und Einweg-Verpackungen für Fleisch und Fleischerzeugnisse.

Eine Frage der Entfernung

Geschätzte 100 Millionen Fleischkästen der Typen E1 bis E6 befinden sich in Deutschland und dem angrenzenden Ausland derzeit im Umlauf. Aber erfüllen sie angesichts steigenden Wettbewerbsdrucks und knapper Ressourcen noch sämtliche Anforderungen? Zur Klärung dieser und weiterer Fragen wurde das Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik  beauftragt, die unterschiedlichen Transportbehälter unter die Lupe zu nehmen und die unterschiedlichen Teilprozesse der Wertschöpfungskette zu betrachten. Als besonders kritische Größen wurden im Rahmen der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung die Handling- und Transportkosten identifiziert. Aber auch die Transportentfernung hat laut Studie entscheidenden Einfluss auf die Kosten: Ab einer bestimmten Entfernung lohnt sich der Einsatz klappbarer Fleischkästen. Im Gegensatz zu den branchenüblichen starren Kästen sind sie zwar teurer in der Anschaffung; Aufgrund der effizienteren Raumausnutzung stellen sie jedoch über größere Transportdistanzen die günstigere Alternative dar. Der Einsatz von Einweg-Transportvarianten rechnet sich wegen des hohen Materialwerts erst bei sehr großen Transportentfernungen.

Mehrwegkreislauf E2-Kiste in der Fleischindustrie

Aktivierung der Potenziale fordert die gesamte Branche

Bevor die in der Studie ermittelten Kostenvorteile durch den Einsatz von Klappkästen in der Praxis jedoch ausgeschöpft werden können, sind die hierfür notwendigen Rahmen-bedingungen zu schaffen. Dazu gehören insbesondere die bundesweite Akzeptanz von Klappkästen durch die örtliche Lebensmittelüberwachung in Bezug auf ihre Reinigungsfähigkeit und Hygiene, eine breite Handelsbeteiligung bei der Systemumstellung, die Kompatibilität mit der bestehenden Förder- und Lagertechnik sowie die Formulierung entsprechender Kompatibilitätskriterien. Diese sind für starre Fleischkästen in der geltenden DIN-Norm sowie Branchenanforderungsprofilen definiert.

Bewertungshilfe für Unternehmen der Prozesskette

Praktischer Zusatznutzen: Im Rahmen der Studie wurde ein Excel-basiertes Berechnungstool für alle Prozessstufen der Fleischbranche entwickelt. Es gibt interessierten Unternehmen die Möglichkeit, die im Wirtschaftlichkeitsvergleich angesetzten Durchschnittsparameter individuell anzupassen. So können alle Unternehmen aus Fleischwarenindustrie und Lebensmittel-handel den Einsatz der einzelnen Transportvarianten unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten für sich kalkulieren und bewerten.

Die vollständige Studiendokumentation (Handout) sowie das Excel-basierte Vergleichstool (CD) stehen allen beteiligten Unternehmen der Prozesskette zur weiteren Nutzung zur Verfügung und sind über den Online-Shop erhältlich. Einen ersten Einblick erhalten Sie über die Kurzpräsentation in der nebenstehenden Infobox.

Excel-basiertes Vergleichstool
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