Der Barcode – Factsheet

Der Barcode, auch Strichcode genannt, besteht aus unterschiedlich dicken Balken (englisch = bar) sowie Zwischenräumen und kann maschinell gelesen werden. Die Striche und Lücken stehen für eine bestimmte Zahlenfolge: die Internationale Artikelnummer (EAN). Unter dem Barcode sind die enthaltenen Informationen nochmals in Schriftform angegeben und können so bei Bedarf - zum Beispiel an der Supermarktkasse - auch manuell eingegeben werden.

Barcodes gibt es in unterschiedlichen Formen. Eine der gebräuchlichsten ist der 13-stellige Code für Konsumartikel. Wie der Barcode aufgeschlüsselt werden kann, zeigt das folgende Beispiel:

EAN für Mineralwasser der Marke Gerolsteiner Stille Quelle

Barcode
  • Die Länderziffer gibt an, in welchem Land ein Hersteller den Barcode beantragt hat. Die Zahlen 400 bis 440 beispielsweise stehen für Deutschland, 300 bis 379 für Frankreich, die Zahl 609 für Mauritius.
     
  • Die Herstellernummer gibt Auskunft über den Produzenten und wird von GS1 Germany vergeben.
     
  • Die Artikelnummer legt der Hersteller selbst fest. Jeder Artikel hat eine eigene Nummer und ist somit weltweit identifizierbar.
     
  • Die Prüfziffer ist eine aus allen anderen Ziffern errechnete Zahl. Sie hilft Lesefehler im Scanner zu vermeiden.
     

Einsatzbereiche

Der Barcode begegnet uns auf Schritt und Tritt: Auf Produkten, Paketen und Paletten sind die schwarzen Balken allgegenwärtig. Aber im Barcode steckt noch mehr.

Handy-Besitzer können Werbeinformationen und Sonderangebote abrufen, indem sie mit der integrierten Digitalkamera einen Strichcode auf Produktverpackungen oder Plakaten fotografieren. Eine spezielle Software entschlüsselt den abfotografierten Strichcode und zeigt die entsprechende Internetadresse sofort auf dem Display des Handys an. Mobilfunkanbieter arbeiten zurzeit an einem Standardstrichcode, der von jeder Handy-Kamera weltweit gelesen werden kann.

Lebensmittel können demnächst im Strichcode mit weiteren qualifizierenden Informationen gekennzeichnet werden, wie z.B. Mindesthaltbarkeitsdaten oder Nettogewicht. Damit werden Wiegevorgänge an der Kasse überflüssig, die Frische der Produkte lässt sich verbessern.

Die hessische Landesregierung plant, künftig jedem Neugeborenen einen festen Strichcode zuzuteilen. Dieser wird bei jeder Vorsorgeuntersuchung eingelesen und erhöht so die Sicherheit für die Kinder.

Geschichte

1969Der Vorläufer des Barcodes wird eingeführt - die BAN (Bundeseinheitliche Artikel-Nummerierung).
1974

In Köln wird die CCG - Centrale für Coorganisation gegründet. Ihr Ziel: die Etablierung einheitlicher Standards für Industrie und Handel.

In den USA wird zur gleichen Zeit das erste Produkt mit dem amerikanischen Barcode (Universal Product Code, UPC) verkauft: Eine Packung Fruchtkaugummi.

1977Zwölf europäische Länder, darunter alle EG-Staaten, einigen sich auf eine mit dem amerikanischen UPC kompatible einheitliche Europäische Artikelnummer EAN - das ist die Geburtsstunde des Barcodes. In Deutschland beschließt der Aufsichtsrat der CCG, den Barcode zum 1. Juli einzuführen. Mit der Zeit wird aus der Europäischen die Internationale Artikelnummer.
199925 Jahre CCG: 870.000 Anwender weltweit nutzen EAN.UCC Standards.
2005Aus CCG wird GS1 Germany. Heute ist GS1 Germany die zweitgrößte Mitgliedsorganisation des internationalen GS1-Netzwerks - Global Standards One. Das Netzwerk besteht aus 104 Landesorganisationen und einer Zentrale in Brüssel.
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