Effizienzmotor E-Business

Allein durch die Umstellung auf elektronische Rechnungen könnte die deutsche Wirtschaft fast 100 Milliarden Euro einsparen

Electronic Business – E-Business – ist der Oberbegriff für alle teil- oder vollautomatisierten Geschäftsaktivitäten. Von der Beschaffung über die Produktion und den Transport bis zum Marketing und Vertrieb können alle geschäftsrelevanten Daten zwischen Systemen und Unternehmen ohne Medienbrüche ausgetauscht werden, beispielsweise Produktdetails, Lieferavise, Transportwege sowie Rechnungen. Basis dabei sind die global einsetzbaren, klar definierten GS1-Standards. Die typischen Kommunikationsplattformen für das E-Business sind das Internet, Intranets oder Extranets, in denen die unternehmensübergreifenden Geschäftsprozesse auf Web-Basis abgewickelt werden.

Mehr Effizienz durch GS1-Standards und elektronischen Datenaustausch

Die unternehmensgreifenden und international gültigen E-Business-Standards von GS1 (Global Standards One) sind zukunftsfähig und investitionssicher; vor allem der automatische Datenaustausch ist heute ein wesentlicher Erfolgsfaktor im Wettbewerb. Die wichtigsten Vorteile auf einen Blick:

  • Deutliche Zeitersparnis bei der Übertragung von Adressen, Artikelbeschreibungen oder sonstigen Detailinformationen: GS1-Identsysteme ermöglichen den Zugriff auf sämtliche Daten, die einmalig in Datenbanken hinterlegt werden.
  • Hohe Datenqualität und -sicherheit: Fehler bei der manuellen Dateneingabe werden vermieden.
  • Signifikante Kosteneinsparungen: Manuelles Papierhandling gehört der Vergangenheit an. Das spart Verwaltungs- und Personalkosten.
  • Beschleunigte Prozesse: Bearbeitungszeiten vom Auftrag bis zur Bezahlung werden verkürzt, Lagerbestände reduziert und die Liquidität erhöht.
  • Verbesserte Kundenbindung und Servicequalität: EDI-Fähigkeit führt zu einer höheren Bewertung des Lieferanten und fördert die strategische Wettbewerbsfähigkeit.

Defizite bei der Umsetzung von E-Business-Standards

Noch immer nutzen nicht alle Unternehmen die etablierten eBusiness-Standards und verschenken so enorme Einspar- und Umsatzmöglichkeiten. So werden erst 85 Prozent der an den Handel gelieferten Konsumenteneinheiten von der Industrie mit der globalen Artikelidentnummer GTIN ausgezeichnet. Und lediglich 32 Prozent der Lieferungen an den Handel sind mit einer Nummer der Versandeinheit SSCC versehen. Auf der Grundlage zahlreicher Business Cases und aktueller Lieferantendaten hat GS1 Germany jetzt das vorhandene Einsparpotenzial für die deutsche Wirtschaft hochgerechnet. Würden beispielsweise 100 Prozent statt heute sieben Prozent aller Rechnungen in Deutschland elektronisch ausgetauscht, könnte die Wirtschaft insgesamt 97 Milliarden Euro einsparen. Allein die Konsumgüterbranche könnte ihre Kosten durch die Umstellung auf elektronische Bestellungen, Lieferavise und Rechnungen um rund neun Milliarden Euro jährlich senken.

Investition in eine klimafreundliche Zukunft

Weitere Wettbewerbsfaktoren neben der Kosteneffizienz sind Nachhaltigkeit und der Schutz des Klimas. Mithilfe der GS1-Standards und -Prozesse können die Unternehmen ihre Transportkapazitäten besser auslasten und den Energieverbrauch senken. Auch der Einsatz wertvoller Ressourcen wird optimiert. So werden heute in Europa noch rund 24 Milliarden Rechnungen pro Jahr verschickt – das entspricht einem Papierstapel von 2.400 Kilometern Höhe. Enorme Mengen an Holz, Wasser und Energie werden dabei verbraucht. Das Freiburger Öko-Institut hat errechnet, dass die CO2-Belastung durch die Umstellung auf elektronische Rechungen drastisch zurückgeht – um 75 Prozent im Vergleich zu papierbasierten Rechnungen.

Stand: September 2009

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