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Newsletter 3/2006
GS1 trifft EU-Kommissarin Viviane Reding
Am 19. Juli 2006 trafen sich Jörg Pretzel, Chairman von GS1 Europe, und Chris Adcock, Präsident von ECPglobal, in Brüssel mit EU-Kommissarin Viviane Reding, zuständig für Informationsgesellschaft und Medien. Inhalt des Gesprächs waren die Möglichkeiten der verstärkten Durchsetzung des eBusiness im europäischen Wirtschaftsraum. Als Vertreter von europaweit mehr als 300.000 Nutzern der globalen GS1-Standards boten Pretzel und Adcock ihre Unterstützung für den Ausbau und die Entwicklung von eBusiness-Prozessen, RFID-Technologie und die Förderung von kleinen und mittelständischen Unternehmen an. Hierbei können die globalen Standards sowohl für die Identifikation von Produkten als auch für die Kommunikation vorteilhaft zum Einsatz kommen. Daher forderte Jörg Pretzel den konsequenten Einsatz von Standards bei allen Wirtschaftsteilnehmern der EU. Nur so lässt sich das Potenzial von circa 28 Milliarden Euro heben, das sich aus Kostensenkungspotenzialen, effizienteren Prozessen und der Möglichkeit von Umsatzsteigerungen durch den Einsatz von Standards ergibt. Chris Adcock stellte zusätzlich die Herausforderungen und Möglichkeiten der RFID-Technologie vor und unterstrich noch einmal das Potenzial von RFID zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie, das auch Viviane Reding bereits erkannt hat. Daher begrüßte er auch die Bemühungen der EU-Kommissarin zum Thema Frequenzverfügbarkeit für industrielle Anwendungen in Europa und betonte die Notwendigkeit der Frequenzharmonisierung für den breiten Einsatz der RFID-Technologie. Vivian Reding hob im Rahmen dieses gemeinsamen Gesprächs die Notwendigkeit für einen gesamtgesellschaftlichen Konsens hervor. Für die Zukunft von RFID müssen die technischen Fragestellungen ebenso gelöst sein wie die datenschutzrechtlichen. So lud sie nochmals alle Interessengruppen ein, sich ebenso aktiv wie GS1 Europe an der Diskussion zu beteiligen. Weitere Informationen erhalten Sie bei Monika Gabler (eMail: gabler@gs1-germany.de). Globale Anwendergruppe für RSS im FrischebereichAm 1. Januar 2010 wird die Strichcodesymbologie Reduced Space Symbology (RSS) ein offener globaler Standard für die Verwendung am Point of Sale (POS). Damit ergänzt RSS die EAN/UPC-Symbology mit einem Platzbedarf von weniger als 50% eines EAN-13-Codes und eignet sich so zur Kennzeichnung sehr kleiner Einheiten wie zum Beispiel Kosmetik- oder Schmuckartikel. Aber auch Produkte mit erhöhtem Informationsbedarf profitieren von den neuen Strichmustern, denn RSS kann zusätzlich zur Artikelnummer weitere Daten auf geringem Platz omnidirektional, das heißt richtungs- und lageunabhängig lesbar, codieren. Damit kommt RSS auch für die Kennzeichnung von mengenvariabler Frischeware am POS in Frage, für die es heute nur suboptimale Lösungen gibt. Diese basieren auf nationalen, generischen Codes zur Kennzeichnung mengenvariabler Frischware und erschweren oder verhindern so eine Rückverfolgbarkeit über länderübergreifende Lieferketten hinweg. In Zeiten zunehmender Lebensmittelskandale gewinnen jedoch Transparenz und Rückverfolgbarkeit immer mehr an Bedeutung. Aber auch Kosten können durch die Nutzung des RSS eingespart werden, wie eine Studie von GS1 US aus dem Jahre 2001 belegt: der Einsatz von RSS im Bereich Frischeware ermöglicht in einer Handelskette mit circa 100 Filialen jährliche Einsparungen von 2,32 Millionen US-Dollar. Daher richtet GS1 eine globale Anwendergruppe im Rahmen des "Global Standards Management Process (GSMP)" ein, die Anwendungsempfehlungen für die Kennzeichnung von Frischeware mittels RSS entwickelt. Die Kick-Off-Sitzung findet am 27. Oktober 2006 im Rahmen des GSMP Events in Philadelphia, USA, statt. Interessierte Anwender aus Deutschland sind aufgerufen, sich an der globalen Entwicklung zu beteiligen. Weitere Informationen erhalten Sie bei Ilka Machemer (eMail: machemer@gs1-germany.de). Erfolgreicher Start der EPCglobal Bekleidungsinitiative
Vertreter großer deutscher Unternehmen wie Kaufhof, Karstadt und C & A Europe arbeiten bereits aktiv in den Gruppen mit und haben auch die Leitung als Co-Chair übernommen. Weitere Informationen erhalten Sie bei Jessica Pröpper (eMail: proepper@gs1-germany.de). Optimal Shelf Availability: Die lückenlose Erfüllung der VerbraucherwünscheDie Vermeidung von kostspieligen Regallücken hat sich eine Fachgruppe aus Handel und Industrie auf die Fahnen geschrieben. In die Anwendungsempfehlung flossen auch die Ergebnisse einer von GS1 Germany und sechs Industrieunternehmen durchgeführten Kaufverhaltensstudie ein. Demnach verlassen über 40% der Konsumenten zunächst einmal den POS ohne etwas zu kaufen, wenn sie ihr gewünschtes Produkt nicht finden. Tätigen sie als Reaktion auf die Bestandslücke einen Ersatzkauf, zum Beispiel eine andere Größe oder andere Marke, in derselben Filiale, geben knapp 70% dieser Kunden an, mit dem Ersatzkauf zufrieden oder sogar sehr zufrieden zu sein. Für den Hersteller birgt das die Gefahr, einen bis dato loyalen Kunden an die Konkurrenz zu verlieren und nachhaltig Umsatzeinbußen zu erleiden. 11% der Kunden kaufen bei einem Out of Stock woanders, was dem Händler schadet. Hinzu kommt, dass laut der Kaufverhaltensstudie zwei Drittel der Kunden die Verantwortung für einen Out of Stock beim Handel sehen. Insbesondere bei wiederholten Out of Stock-Situationen steigt hier das Risiko für den Handel, dauerhaft Kunden zu verlieren. 14% der Kunden verzichten bei einer Regallücke vollständig auf den Kauf, was Handel und Industrie gleichermaßen trifft. Letztlich gibt es bei Regallücken nur Verlierer: Unzufriedene Kunden auf der einen Seite, Umsatzeinbußen für Handel und Industrie auf der anderen. Eigene Erhebungen belegen, dass Regallücken bei Handel und Industrie Umsatzeinbußen in Höhe von circa einer Milliarde Euro pro Jahr verursachen. Die Ergebnisse der Kaufverhaltensstudie zeigen, dass in Deutschland weiterhin hoher Handlungsbedarf zur Behandlung der Out of Stock-Problematik besteht. Daher führt die Fachgruppe in einer zweiten Projektphase ihre Arbeit fort. Als nächste Schritte wollen die OSA-Experten verstärkt in Pilotprojekten bei Handel und Industrie weitere Erkenntnisse über die Herausforderung optimaler Warenverfügbarkeit sammeln und die entwickelten Ansätze in weiteren Branchen platzieren. Weitere Informationen erhalten Sie bei Wertschöpfung durch neue Technologien – Der Mittelstand im Fokus des 2. TechnologieforumsZum zweiten Mal veranstaltete PROZEUS gefördert vom BMWi und in Kooperation mit der Fachzeitschrift Lebensmittel Praxis das Technologieforum. Dabei lag am 27. September in München der Schwerpunkt auf Berichten von Mittelständlern über ihre Erfahrungen bei der praktischen Umsetzung ihrer verschiedenen eBusiness-Projekte. Zu Beginn der Veranstaltung demonstrierten Dierk Frauen von EDEKA Nord und Gregor Falke von PAPSTAR Dr. Maximilian Dornseif berichtete über den aktuellen Stand des PROZEUS Förderprojektes bei der Firma HUDORA. Neben der Einführung von elektronischem Datenaustausch und EAN 128-Transportetiketten auf Basis von EANCOM® ermöglicht der Einsatz von Kameras an kritischen Punkten eine zusätzliche Kontrolle und Qualitätssicherung. Durch diese Maßnahmen strebt Hudora eine Steigerung der Kundenzufriedenheit und effizientere Prozessabläufe an. Für die Zukunft ist auch der Einsatz von RFID denkbar, um logistische Abläufe noch reibungsloser zu gestalten, so Dornseif. Hierbei ist REWE schon einen Schritt weiter, wie Jörg Sandlöhken, Leiter Consulting & Risk Management bei der REWE Group, aufzeigte. Neben einem Ausblick über Gegenstand und Vorteile von RFID stellte er auch die Zielsetzung für das ab Oktober geplante PROZEUS-Förderprojekt RFID im Frischebereich vor. |