Praktische Umsetzung

1. Auswahl der richtigen Druckmethode

2. Bestimmen der Scanning-Umgebung

3. Auswahl des Barcodes

4. Festlegen der Barcode-Größe

5. Format der Klarschriftzeile unter dem Barcode

6. Farbgestaltung

7. Barcodeplatzierung

8. Barcodequalität



1. Auswahl der richtigen Druckmethode

Zunächst sollte entschieden werden, was barcodiert wird und ob der Barcode statische oder dynamische Informationen enthalten soll. Ein einfaches Beispiel für statische Informationen wäre die GTIN auf einer Müslipackung. Ein Beispiel für dynamische Informationen wäre das Aufbringen einer Seriennummer im Barcode.

Werden nur statische Informationen codiert und eine große Menge an Etiketten benötigt, ist es sinnvoll, eine externe Druckerei zu beauftragen. Wird nur eine kleine Anzahl an Etiketten benötigt oder werden dynamische Informationen verschlüsselt, kann ein On-demand-Drucker, z. B. ein Laserdrucker im Büro oder ein Thermotransferdrucker im Lager eingesetzt werden.

Die Entscheidung über die Druckmethode ist wichtig bei der Entwicklung einer guten Vorgehensweise zur Barcodeimplementierung. Auch hier kann Sie GS1 Germany bei der Auswahl der richtigen Druckmethode unterstützen.

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2. Bestimmen der Scanning-Umgebung

Die Spezifikationen für die Barcodesymbologie, also deren Größe, Platzierung und Druckqualität hängen von der Umgebung ab, in der der Barcode gesannt werden soll.

Es gibt grundsätzlich vier verschiedene Scanning-Umgebungen für Handelseinheiten:

  1. Die Handelseinheit wird an der Handelskasse (Point of Sale, POS) gescannt
  2. Die Einheit wird in der Logistik / Distribution gescannt
  3. Die Einheit wird sowohl am POS als auch in der Logistik gescannt
  4. Spezielle Scanning-Umgebungen wie z. B. im Gesundheitswesen

Wenn die Scanning-Umgebung bestimmt ist, können die richtigen Spezifikationen für die Barcode-Erstellung genutzt werden. Wenn die Handelseinheit beispielsweise am POS und in der Logistik gescannt wird, wird ein EAN-Strichcode benötigt, um die Lesbarkeit am POS zu gewährleisten. Dieser sollte jedoch größer aufgebracht werden, um auch die Anforderungen aus der Logistik abzudecken. Außerdem muss die Platzierung beiden Scanning-Umgebungen gerecht werden.

Detaillierte Informationen dazu finden Sie im AutoID-Kompendium von GS1 Germany.

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3. Auswahl des Barcodes

Die Auswahl des richtigen Barcodes ist entscheidend für den Erfolg der Barcode-Implementierung. Hier einige Anhaltspunkte:

Handelt es sich bei der zu codierenden Einheit um ein Produkt, das am POS gelesen wird, muss ein EAN-Strichcode  (EAN-13, EAN-8) verwendet werden. Ab 2010 ist auch der GS1 DataBar offizieller Standard für den PoS.

Werden variable Informationen, wie Seriennummer, Charge, Maßangaben, im Barcode benötigt, kann zwischen GS1-128, GS1 DataBar, in speziellen Fällen auch Composite Component sowie GS1 DataMatrix ausgewählt werden.

Es gibt weitere wichtige Faktoren, die bei der Auswahl des Barcodes beachtet werden sollten. Wenden Sie sich dazu bitte an GS1 Germany.

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4. Festlegen der Barcode-Größe

Nachdem der Dateninhalt und die passende Symbologie festgelegt wurden, geht es an das Design. Die Größe des Symbols ist abhängig vom gewählten Barcode, der Scanning-Umgebung und dem Druckverfahren.

EAN Strichcode
EAN-Strichcodes unterscheiden sich von GS1-128-Symbolen dadurch, dass sie omnidirektional an der Handelskasse gelesen werden. Das bedeutet, dass EAN-Strichcodes ein festes Verhältnis zwischen Symbolhöhe und –breite haben. Wenn eine Dimension geändert wird, sollte die andere im entsprechenden Verhältnis angepasst werden.

Aufgrund dieses Verhältnisses wurden für EAN-Strichcodes eine nominelle Höhe und Breite festgelegt. Eine Bandbreite von möglichen Größen variiert von 80% bis 200% von der nominellen Größe. In diesem Zusammenhang spricht man auch vom Vergrößerungsfaktor. Eine Abbildung der zugelassenen Größen sowie der minimalen, nominellen und maximalen Größe ist im AutoID-Kompendium enthalten.

Um den Platzbedarf eines EAN-Strichcodes auf dem Produkt zu reduzieren, wird oftmals eine geringere Symbolhöhe festgelegt. Von dieser Höhenverkürzung raten wir ab. Näheres dazu siehe AutoID-Kompendium.

Wenn EAN-Strichcodes sowohl in der Logistik als auch am POS eingesetzt werden, variiert die Bandbreite des Vergrößerungsfaktors zwischen 150 % und 200 %. Ein Beispiel dafür wäre das Symbol auf dem Karton eines Fernsehgeräts.

GS1-128-Symbole
Für GS1-128-Symbole gibt es ebenfalls empfohlene Vergrößerungsfaktoren, die durch die Breite der X-Dimension festgelegt werden. Sie variieren in Abhängigkeit der Anwendungsumgebung und sind dem Auto-ID-Kompendium von GS1 Germany zu entnehmen.

Überlegungen zum Druckprozess
Der Mindestvergrößerungsfaktor und die richtige Strichbreiten-Reduktion für ein bestimmtes Symbol hängen vom ausgewählten Druckprozess ab und können sogar von Druckpresse zu Druckpresse variieren. Druckunternehmen sollten daher minimale Größe und Strich-Breiten-Reduktion festlegen, um eine einwandfreie und reproduzierbare Druckqualität zu erreichen.

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5. Formatieren der Klarschriftzeile

Die Klarschriftzeile unter dem Strichcode ist sehr wichtig. Wenn ein Symbol beschädigt ist oder eine schlechte Druckqualität aufweist, dient sie als Backup-Information.

FAQs zum Thema Klarschriftinformation finden Sie hier.

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6. Farbgestaltung

Die optimale Farbkombination für Strichcodes besteht aus schwarzen Balken (Striche) und weißen Lücken (inklusive Ruhezonen). Wenn Sie andere Farben nutzen möchten, können Ihnen folgende Hinweise behilflich sein:

  • GS1-Strichcodesymbole verlangen dunkle Farben für die Striche (z. B. Schwarz, Dunkelblau, Dunkelbraun oder Dunkelgrün).
  • GS1-Strichcodesymbole benötigen einen hellen, zum Beispiel weißen Hintergrund für die Balken (Lücken) und die Hellzonen (Ruhezonen).
  • Neben einer hellen Hintergrundfarbe können ebenfalls rötliche Hintergrundfarben genutzt werden. Wenn Sie jemals in einer Dunkelkammer mit rotem Licht versucht haben, eine rote Schrift zu lesen, wissen Sie, dass die rote Farbe praktisch verschwinden kann. Dies trifft ebenfalls für ähnliche Farben, beispielsweise Orange, Rosa, Apricot und helle Gelbtöne zu. Da die meisten Barcode-Scanner eine rote Lichtquelle nutzen, ist offensichtlich, dass die genannten Farben nicht zur Abbildung der Striche im Barcode genutzt werden dürfen.
  • In vielen Fällen wird der Symbolhintergrund nicht bedruckt, sondern weist die Farbe des genutzten Substrats auf. Wenn der Symbolhintergrund bedruckt wird, sollte er als durchgezogene Linie gedruckt werden.

Fazit: Schwarze Balken und weiße Zwischenräumen sind einfach die optimale Farbkombination, jedoch sind andere Kombinationen zulässig. Bei Fragen zu diesem Thema können Sie sich direkt mit GS1 Germany in Verbindung setzen.

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7. Barcodeplatzierung

Bei der Platzierung des Symbols auf dem Produkt sollte der Verpackungsprozess berücksichtigt werden. Wir empfehlen, den entsprechenden Verpackungsdienstleister einzubinden, damit das Symbol nicht verdeckt oder beschädigt wird (z. B. durch eine Kartonkante, unter einer Kartonfalz, unter einer Verpackungsklappe oder durch eine weitere Verpackungsschicht). Die richtige Platzierung von GS1-Symbolen hängt von der Produktform ab. Platzierungsbeispiele bietet das Auto-ID-Kompendium von GS1 Germany.

Nachdem die richtige Platzierung festgelegt wurde, sollte die Druckerei konsultiert werden, bevor die Druckrichtung des Symbols festgelegt wird. Viele Druckvorgänge setzen voraus, dass Strichcodes in einer bestimmten Richtung zum Untergrundmaterial (Substrat) angebracht werden.

Wenn möglich, sollten die Striche des Barcodes beim Flexodruck parallel zur Druckrichtung oder in der Zaunanordnung gedruckt werden.

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8. Barcodequalität

Die Norm „ISO/IEC 15416 Informationstechnik - Verfahren der automatischen Identifikation und Datenerfassung - Testspezifikation für Strichcodedruckqualität; Lineare Symbole“ beschreibt eine Methode zur Qualitätseinstufung von Strichcodesymbolen nach deren Druck. ISO-basierte Prüfgeräte scannen die Symbole ähnlich wie Scanner ein, gehen jedoch in der Analyse bezüglich der erreichten Strichcodequalität in die Tiefe.

GS1 nutzt die ISO/IEC-Kontrolle und legt die Mindestqualitätsstufe für jede GS1-Symbologie fest, in Abhängigkeit davon, in welcher Umgebung es genutzt wird oder welche Identifikationsnummer verschlüsselt ist. Zusätzlich zur Mindestqualitätsstufe legt GS1 die Messblende und die Wellenlänge, mit der gemessen werden soll, fest.

Das Vorschreiben von Mindestspezifikationen ist vergleichbar mit einer Universität, die standardisierte Testverfahren nutzt, um herauszufinden, ob Bewerber zugelassen werden oder nicht. Verschiedene Universitäten nutzen womöglich dasselbe Testverfahren, aber jede Universität legt die Mindestpunktzahl  für die Bewerber selbst fest.

Im Auto-ID-Kompendium sind die Mindestqualitätskriterien der GS1-Symbole festgelegt, in Abhängigkeit von Symboltyp, der Anwendung oder der verschlüsselten Identifikationsnummer.

Anwender des GS1-Systems führen mitunter eine eigene Qualitätskontrolle der Barcodes bei der Produktion durch. GS1 Germany bietet in jedem Fall eine ausführliche Kontrolle gemäß den Spezifikationen von GS1 und der entsprechenden ISO-Normen an.

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