FAQs zu den Grundlagen

Wir haben für Sie einige der häufig gestellten Fragen mit entsprechenden Antworten hier aufgelistet. Bitte beachten Sie hierbei die Terminologieumstellung zum 01.01.2009.

  1. Ist das GS1-System wirklich international gültig oder ist es auf Europa beschränkt?
  2. Ist das GS1-System nur für die Konsumgüterbranche geeignet?
  3. Bietet das GS1-System nur dem Warenempfänger Vorteile oder hat auch der Hersteller einen Nutzen?
  4. Sind alle Strichcodes von der Codiertechnik her gleich oder gibt es Unterschiede?
  5. Gehören die Barcodes auf Umverpackungen einem anderen System an?
  6. Welche Vorteile bietet ein "offenes" Nummernsystem wie die GTIN gegenüber geschlossenen Nummernsystemen?


1. Ist das GS1-System wirklich international gültig oder ist es auf Europa beschränkt?

Die GTIN-Nummer (bis 12/2008 EAN) selbst war in den ersten Jahren ihrer Existenz das kompatible europäische Pendant zur amerikanischen UPC-Nummer. Recht schnell (bereits in den 80er-Jahren) schlossen sich viele Länder anderer Kontinente dem GS1-System an. Heute gehören neben GS1 Germany in Deutschland nahezu 100 national operierende Organisationen der GS1-Gemeinschaft an. Länder, in denen keine eigene GS1-Organisation ansässig ist, werden durch GS1 von Brüssel aus betreut. Gemeinsam mit der entsprechenden Organisation in den USA, GS1 US, werden die Regeln des GS1-Systems verbindlich festgelegt. Weiterentwicklungen, die das System abrunden und ergänzen, werden ebenfalls gemeinsam vorangetrieben. Das GS1-System ist also international gültig und anwendbar.

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2. Ist das GS1-System nur für die Konsumgüterbranche geeignet?

Nein! Die Praxis hat vor allem in den letzten 10 Jahren vielfach gezeigt, dass der Kern des GS1-Systems, die überschneidungsfreie Identifikation, in sämtlichen logistischen Prozessketten, in denen mehrere Parteien betroffen sind, von großem Vorteil ist. Dem ursprünglichen Haupteinsatzgebiet – das Scannen der GTIN an den Kassierterminals des Einzelhandels – schlossen sich zahlreiche weitere Anwendungsbereiche an. Insbesondere im Bereich der zwischenbetrieblichen Warenlogistik ergeben sich durch das GS1-System erhebliche Nutzen- und Einsparpotenziale, die völlig unabhängig von der Branche sind, der ein Unternehmen angehört. Natürlich trug auch die immer stärker werdende Verflechtung der Industrien untereinander zu einer rasanten Verbreitung des GS1-Systems in vielen Wirtschaftssektoren bei.

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3. Bietet das GS1-System nur dem Warenempfänger Vorteile oder hat auch der Hersteller einen Nutzen?

Das GS1-System ist – richtig eingesetzt – von Nutzen für alle Stufen der Wertschöpfungskette (Vorlieferant, Lieferant, Transporteur, Großhandel, Einzelhandel bis hin zum Verbraucher). Dem Hersteller bietet das GS1-System unter anderem folgende Vorteile:

  • einheitliche, geschützte, weltweit gültige Strichcodelösungen,
  • Grundlage für den Einsatz von automatisierten Lagerverwaltungssystemen,
  • unternehmens-, branchen- und länderübergreifend nutzbar;
  • kürzere Reaktionszeiten,
  • geringere Logistikkosten,
  • keine Systembrüche (Durchgängigkeit),
  • Investitionssicherheit.

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4. Sind alle Strichcodes von der Codiertechnik her gleich oder gibt es Unterschiede?

Nicht alle Strichcodes sind gleich. Vergleichbar mit unterschiedlichen Sprachen existieren auch in der Welt des Codierens unterschiedliche Symbologien. Darunter versteht man festgelegte Regeln zur Umsetzung von Zeichen und Buchstaben in Strich- und Lückenkombinationen. Im GS1-System werden derzeit insbesondere die beiden geschützten Symbologien EAN/UPC und GS1-128 eingesetzt. Darüber hinaus existieren noch zahlreiche weitere Symbologien, die sich jedoch für unternehmensübergreifende Anwendungen nicht in gleichem Maße eignen, da sie ohne bilaterale Absprachen nicht interpretierbar sind.

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5. Gehören die Barcodes auf Umverpackungen einem anderen System an?

Nein. Barcodes auf Umverpackungen beinhalten ebenfalls eine GTIN, die die jeweilige Umverpackung eindeutig identifiziert. Lediglich bei der strichcodetechnischen Umsetzung existieren für die Kennzeichnung von Umverpackungen mehrere Alternativen. Neben der Umsetzung der GTIN in einem EAN-Code kann sie auch im GS1-128 oder im ITF-Code dargestellt werden.

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6. Welche Vorteile bietet ein "offenes" Nummernsystem wie die GTIN gegenüber geschlossenen Nummernsystemen?

Ein offenes Nummernsystem ermöglicht jeder Partei, sich dem System anzuschließen. Daraus folgt unmittelbar die freie Wahl der Geschäftspartnerschaften aller Systemteilnehmer. Bilaterale Absprachen können auf ein Minimum beschränkt werden. Die schnelle und weite Verbreitung eines offenen Systems wie der GTIN bewirkt außerdem ein zunehmendes Angebot an kostengünstiger Hard- und Software zur Erstellung und Verarbeitung des Strichcodes. Darüber hinaus wird die GTIN als umfassendes unternehmensübergreifendes Artikelidentifikationssystem auch als fester Bestandteil von Standardsoftware im Bereich der Warenwirtschaft berücksichtigt. Dies gilt nicht oder nur in den seltensten Fällen für geschlossene Nummernsysteme, die meist aus dem Umfeld der Hard- und Softwarehersteller selbst stammen. Ihre Interessen entsprechen nicht immer denen der Anwender.

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