Personalisierte Gutscheine

Alle relevanten Informationen mit GS1 Datenstandards darstellbar

Ein Gutschein (Coupon) kann normalerweise mit einem Geldwert oder einem Leistungsanspruch an der Einzelhandelskasse eingelöst werden. Die zur Abwicklung notwendigen Informationen sind dann:

  • der Herausgeber,
  • der Rabattwert bzw. Leistungsanspruch,
  • das rabattierte Produkt und
  • das Gültigkeitsdatum.

Diesen "Stammdaten" eines Gutscheines kann wie zuvor beschrieben eine 13-stellige Gutscheinnummer zugewiesen werden, die in einem EAN-Strichcode auf dem Gutschein verschlüsselt und damit automatisiert gelesen werden kann.

Neben diesen "Stammdaten" kann auch eine individuelle Seriennummer für jeden Gutschein von Relevanz sein, um diese einer bestimmten Person zuzuordnen oder schlicht um doppelte Einlösungen zu verhindern. Ebenso können über die Seriennummer individuelle Gruppierungen von Gutscheinen erstellt und über die Einlösung zurückverfolgt werden.

Das GS1-Datenbezeichnerkonzept (ehem. EAN 128-Datenbezeichnerkonzept) ist das geeignete Instrument, um alle relevanten Informationen standardisiert und überschneidungsfrei darstellen zu können. Über sogenannte, international gültige Datenbezeichner (DB) ist es möglich, mehrere Inhalts- bzw. Datenelemente miteinander zu verketten. Für personalisierte Gutscheine werden z.B. folgende Datenelemente verwendet:

  • GTIN (ehem. EAN) der Handelseinheit bzw. des Gutscheines (DB "01")
  • Seriennummer (DB "21")

Die Seriennummer wird je nach Bedarf vom Aussteller des Gutscheins vergeben und gilt immer nur in Verbindung mit der Gutschein-GTIN. Im GS1-Datenbezeichnerstandard wird die GTIN des Gutscheines in einem 14-stelligen, numerischen Format mit führender "0" abgebildet. Die Seriennummer kann bis zu 20 Stellen lang und alphanumerisch sein.

Die Datenkette könnte beispielhaft so aussehen: (01)04054321000002(21)12345678

Diese Datenkette kann aufgrund ihrer Länge nicht im klassischen EAN-Strichcode abgebildet werden. Derzeit steht hierfür der GS1-128-Strichcode zur Verfügung. Dieser Strichcode ist weltweit standardisiert und vor allem für logistische Anwendungen weit verbreitet. An Kassensystemen ist er jedoch noch nicht überall üblich, da er nicht richtungs- und lageunabhängig (omnidirektional) lesbar ist. Für Gutscheine ist diese Einschränkung jedoch nicht sehr gravierend, da die Papierschnipsel vom Kassierpersonal ohnehin einzeln in die Hand genommen werden müssen und dabei in die richtige Richtung gedreht werden können.

GS1-128-Strichcode:
GS1-128-Strichcode

 

Solange der GS1-128-Strichcode nicht von allen Kassensystemen erfasst wird, muss der EAN-Strichcode mit der 13-stelligen GTIN-Gutscheinnummer verwendet und der GS1-128-Strichcode mit der Seriennummer zusätzlich aufgebracht werden.

Genau für diese Fälle, für die zusätzliche Informationen zur GTIN-Artikelnummer auch an der Kasse notwendig, sinnvoll oder einfach nur wünschenswert sind, hat GS1 eine neue flexible Strichcodesymbologie entwickelt, die mehr Daten auf geringerem Platz und omnidirektional lesbar verschlüsseln kann – den GS1 DataBar. Da die Daten hier nach demselben Datenbezeichnerstandard wie oben beschrieben verschlüsselt werden, sind Unternehmen, die heute den GS1-128 einsetzen, auch für die Zukunft gerüstet, in der GS1 DataBar eingeführt wird.

GS1 DataBar:
GS1 DataBar

Die detaillierten Spezifikationen zum GS1-128 sind in dem Handbuch "GS1-128 - Globaler Standard zur Übermittlung strichcodierter Dateninhalte" zu finden (siehe auch GS1 Germany Online-Shop).

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