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Neue Wege erschließen 14 | STANDARDS 4|2013 IM FOKUS „Die gezielte Kooperation von Handel, Logistik und öffentlichen Institutionen ist für die erfolgreiche Umsetzung eines ressourcenschonenden und effizienten Konzepts in der Belieferung der letzten Meile unverzichtbar.“ Dr. Volker Lange, Abteilungsleiter Verpackungs- und Handelslogistik am Fraunhofer IML in Dortmund. Die städtische Handelslogistik braucht neue Impulse – doch welche Ansätze sind geeignet, den urbanen Raum nach- haltig zu entlasten? Antworten liefert das Projekt „Urban Retail Logistics“. Das Verbundvorhaben des Effizienz- Clusters LogistikRuhr startete 2009 mit dem Ziel, effiziente und ressourcenschonende Konzepte speziell für die Belieferung von Ballungsgebieten zu entwickeln. Ganz bewusst schlossen sich dazu Wettbewerber wie Lekkerland, Rewe und Metro mit GS1 Germany und dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) zusammen. In verschiedenen Arbeitsgruppen haben die Projektpartner praxistaugliche Modelle für gebündelte Logistikprozesse entwickelt. „Dass die Initiative vom Handel getrieben ist und nicht wie bei früheren Vorhaben von Dienstleistern, zählt zu den wesentlichen Erfolgsfaktoren“, betont Projektleiterin Christiane Auffermann vom Fraunhofer IML. Modernste IT steuert „Urban Hub“ Feindistribution, neu definiert: Als Dreh- und Angelpunkt der Güterverteilung in Ballungsgebieten könnte nach Ansicht der Projektpartner künftig das „Urban Hub“ dienen. Der unternehmensübergreifende Umschlagplatz soll CO2-neutral betrieben werden und sämtlichen Nutzern die Ver- und Entsorgung kunden- individueller Anlieferungspunkte erleich- tern. Zur Steuerung dieser komplexen Drehscheibe haben GS1 Germany und die Unternehmensberatung Capgemini ein ausgefeiltes „Urban Information System“ (UIS) entwickelt. Es unterstützt die logistischen Prozesse vom Crossdocking bis zu Retourenprozessen. Zugleich bildet es die zentrale Kommunikations und Kooperationsplattform Im Verbundprojekt „Urban Retail Logistics“ (URL) arbeitet GS1 Germany zusammen mit Wirtschaft und Wissenschaft an konkreten Innovationen für die Warenlogistik. Wesentliche Erkenntnis und Marschrichtung für die Zukunft: An der Kooperation von Wettbewerbern auf der letzten Meile sowie einer intelligenten Bündelung von Distributionskapazitäten führt kein Weg vorbei. FORSCHUNGSPROJEKT URBAN RETAIL LOGISTICS ENDET 2013 MIT GROSSEN ZIELEN für alle Partner der logistischen Kette. Auf Basis der GS1 Standards zur automatischen Produktidentifikation und elektronischen Kommunikation stellt das System sicher, dass jederzeit für alle Akteure echtzeitnahe Informationen zur Verfügung stehen – eine wesentliche Voraussetzung für die reibungslose Bün- delung von Lager- und Lieferkapazitäten. Flexible Lösungen für kleinteilige Sendungen Ein weiteres Projektthema mit Potenzial stellt die „Logistik für Tante Emma 2.0“ dar. Grundidee ist ein Shop in der Innenstadt, der die nachbarschaftliche Nahversorgung auf innovative Weise mit den Möglichkeiten des mobilen Internets verknüpft. Produkte des täglichen Bedarfs erhält der Kunde direkt vor Ort; seltener nachgefragte Waren werden per Terminal oder Smartphone


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