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Standards_2013_4

IM GESPRÄCH >> STANDARDS 4|2013 | 17 STANDARDS: Zu den wesentlichen Aufgaben der Konsumgüterwirtschaft zählt es, die Menschen sicher, umweltfreundlich und zu vertretbaren Kosten zu versorgen. Welche Projekte verfolgt Nestlé, um auch in Zukunft eine reibungslose Belieferung von Innenstädten mit Produkten des täglichen Bedarfs sicher- zustellen? Matthias Fleischer: Wer in deutschen Städten heute vor die Tür geht, erreicht innerhalb von drei Minuten vier Supermärkte. Gleichzeitig nutzen immer mehr Kunden das Internet für ihre Einkäufe. Sie wollen die Waren möglichst frisch geliefert bekommen, dabei günstig einkaufen und nachhaltige Produkte erhalten. Das ist in der Tat ein ziemlicher Spagat für die Branche. Der beste Weg, um Verbraucher sicher mit qualitativ hochwertigen Produkten zu versorgen, führt auch heute noch über unseren Keypartner, den Handel. Dabei spielen die Themen Compliance, Sicherheit und Nachverfolgung eine wichtige Rolle und resultieren in neuen Anforderungen an die Distribution der Nestlé Produkte. Die Logistik muss diese Herausforderungen schnell und flexibel beantworten, um Wettbewerbsvorteile in puncto Kosten, Service und Qualität zu sichern. Prozesse müssen nicht nur verändert werden, sondern sie müssen gemeinschaftlich und ganzheitlich betrachtet und optimiert werden. Der Schlüssel zur Entwicklung und Umsetzung innovativer Konzepte für Lagerung und Transport liegt in der Zusammenarbeit mit dem Handel, in der Nutzung fortschrittlicher Technologien und in engen Kooperationen mit den strategischen Logistikpartnern. STANDARDS: Stichwort Nachhaltigkeits- ziele: Nestlé hat sich vorgenommen, unter anderem die CO2-Emissionen bis 2015 um 30 Prozent im Vergleich zu 2005 zu reduzieren. Neben der Vermeidung von Leerplätzen in den Lkw – welche Hebel setzen Sie noch an, um Ihre Ziele zu erreichen? Matthias Fleischer: Wir erreichen das durch eine ressourcenschonende Produktion und Distribution auf Basis anerkannter Umweltstandards entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Dabei helfen uns unter anderem moderne IT-Systeme. Unser Logistikkonzept sieht vor, sämtliche Lagerstätten so nah wie möglich an die Produktionsstandorte zu setzen und die Ware im Idealfall nur ein- mal zu bewegen: vom Lager direkt zum Kunden ohne weitere Zwischenverlagerungen. Darüber hinaus auditieren wir unsere Zulieferbetriebe streng im Sinne einer verantwortungsvollen Beschaffung – Stichwort „Responsible Sourcing“. STANDARDS: Eine nachhaltige Optimierung der Supply Chain ist kaum ohne unternehmensübergreifende Kooperationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu erreichen. Welche Zukunftspotenziale liegen noch in der Zusammenarbeit mit Handelspartnern und Lieferanten? Matthias Fleischer: Eine vollumfängliche Umsetzung von EDI-Prozessen in der Auftragsabwicklung würde allen Beteiligten weiterhelfen. Wir führen beispielsweise gerade mit Handelspartnern Pilotprojekte zum Thema „Optimal Shelf Availability“ (optimale Regalverfügbarkeit) durch. Unser Ziel ist, dass jeder Abverkauf im Handel bei uns ein Signal auslöst, damit wir umgehend für Beschaffung, Produktion und Lieferung „Prozesse müssen nicht nur ver- ändert, sondern gemeinschaftlich und ganzheitlich betrachtet und optimiert werden.“


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