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DIY-Branche läutet Ende des Excel-Wahnsinns ein

Baumärkte und DIY-Lieferanten rüsten sich für Multichannel-Business • Branche einigt sich erstmals auf gemeinsamen GS1 Standard zum Stammdatenaustausch • Umsetzungsinitiative startet bei Obi, Toom und Gardena

Der Stammdatenaustausch über GDSN ersetzt Artikelpässe in Excel (Bild: GS1 Germany)

Seit Jahrzehnten werden Artikeldaten zwischen Händlern und Herstellern der DIY-Branche via Excel bilateral ausgetauscht. Was früher der Abgrenzung gegenüber dem Wettbewerb diente, behindert heute im Online-Zeitalter: Zu viele Ressourcen, unstimmige Produktinformationen bis hin zu Lieferfehlern sind die Folge. Auch für Online-Shops sind die Daten oft ungeeignet. Für Händler hieß das doppelter Aufwand bei der Datenpflege. Um die DIY-Branche fit zu machen für Multichannel startet im Mai eine breitangelegte Produktdaten-Umsetzungsinitiative unter dem Dach von GS1 Germany. Obi und Toom beginnen mit dem Pilotpartner Gardena sowie einer großen Zahl weiterer Lieferanten: Die Unternehmen tauschen Produktinformationen künftig standardisiert über den Datenpool von 1Worldsync aus.

„Der standardisierte Austausch von Produktinformationen bedeutet für die Branche das Ende des Excel-Wahnsinns“, ist Tobias M. Koerner, Vice President Global Sales bei Gardena überzeugt. „Baumärkte haben im Schnitt über 100.000 Artikel im Sortiment, weit mehr als der klassische Lebensmitteleinzelhändler. Insgesamt enthält GDSN für die Branche rund 230 Attribute vor. Komplexe Artikel wie Rasenmäher müssen mit bis zu 50 Attributen beschrieben werden. Heute hat niemand mehr die Ressourcen, um für 20 bis 30 Händler individuelle Artikelpässe auszufüllen“, so Koerner weiter.

„Verbraucher entscheiden sich nicht auf Basis von Produktinformationen für den einen oder anderen Baumarkt, für online oder stationär. Im Gegenteil: Sie erwarten zuverlässige, transparente, qualitativ hochwertige und aktuelle Informationen in allen Kanälen“, fasst Jochen Ludwig, Geschäftsführer Obi Corporate Center die Herausforderung zusammen.

Möglich wurde die Umsetzungsinitiative durch einen gemeinsamen B2B-Standard für den elektronischen Austausch von Produktdaten inklusive Gefahrgut- sowie Gefahrstoffangaben. Eine Arbeitsgruppe führender DIY-Händler und Industrieunternehmen hat sich erstmals unter dem Dach von GS1 Germany darauf verständigt, wie diese Informationen über den Datenpool von 1Worldsync ausgetauscht werden sollen. Der Pool ist an das Global Data Synchronization Network (GDSN) angeschlossen, ein Verbund von weltweit 30 zertifizierten Datenpools. Damit entfällt für die Unternehmen nicht nur der bilaterale Datenaustausch, sondern ermöglicht auch weltweite Kommunikation zwischen Handels- und Industrieunternehmen. Das GDSN ist außerdem in der Lage, Daten in Echtzeit sowohl an stationäre Händler als auch an Online-Shops weiterzugeben.

„Gemeinsam wollen wir dafür sorgen, dass Verbraucher auf allen Kanälen sichere und verlässliche Produktinformationen erhalten“, erklärt Jörg Pretzel, Geschäftsführer von GS1 Germany. „Sie sind der Grundstein, um im nächsten Schritt Herkunft und Nachhaltigkeit transparenter zu machen. Denn auch der Baumarktkunde will heute wissen, wo das Holz herkommt, das er auf seiner Terrasse verbaut“, so Pretzel weiter. Unternehmen, die jetzt mit dem elektronischen Produktdatenaustausch starten, erhalten von GS1 Germany als auch von 1Worldsync ein umfangreiches Informationspaket zur Umsetzung. Beim Erfassen und Validieren der Daten unterstützt die GS1 Germany-Tochter Smart Data One umfassend mit ihren Services.

Die DIY-Anwendungsempfehlung für GDSN inklusive der Basisattribute für das Listungsgeschäft steht GS1 Complete Kunden von GS1 Germany ab sofort kostenfrei zum Download zur Verfügung unter: https://www.gs1-germany.de/gs1-solutions/stammdaten/

Pressebild: Der Austausch von Stammdaten über GDSN ersetzt künftig Artikelpässe in Excel (Quelle: GS1 Germany)

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