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Revolution für den Kassenbon: Ökokosten ausweisen

• Über 400 Umweltlabel in Europa verwirren Verbraucher • myEcoCost ermöglicht erstmals Vergleich der Ökokosten einzelner Produkte • Unternehmen können sich an Weiterentwicklung des Prototyps beteiligen

Supply Chain der Ökokosten (Quelle: TriaGnoSys)

Allein in Europa sollen mehr als 400 Umweltlabel dabei helfen einzuschätzen, wie umweltfreundlich oder sozialverträglich ein Produkt ist. Sie verraten dem Konsumenten aber nicht, wie schwer der „ökologische Rucksack“ von einzelnen Produkten tatsächlich ist. Ein direkter Vergleich von Alternativen auf Basis messbarer Umweltauswirkungen war bis jetzt unmöglich. Das im Rahmen eines EU-Förderprojekts entwickelte Software-System myEcoCost soll dieses Problem jetzt lösen. myEcoCost ermöglicht erstmals, sämtliche Umweltkosten von Produkten und Dienstleistungen vom Rohstoff über die Logistik bis in den Verkauf auf Einzelproduktbasis zu ermitteln.

„Stellen Sie sich vor, Sie könnten Produkte künftig nicht nur über den Preis, sondern auch über ihre Ökokosten – also beispielsweise Materialverbrauch und CO2-Fußabdruck – vergleichen. Und diese Information wäre schon im Supermarkt am Regal verfügbar“, schildert Stefanie Kresse, Leiterin des Projektes bei GS1 Germany, die Möglichkeiten mit myEcoCost. Kresse weiter: „Viele Unternehmen haben bereits heute verstanden, wie wichtig es ist, Emissionen zu senken. Aber die Daten über die gesamte Wertschöpfungskette zu sammeln ist teuer und die Informationen verlieren schnell ihre Aktualität.“ myEcoCost ist ein Software-System, mit dem Umweltkosten von Produkten und Dienstleistungen automatisiert erfasst und bis an die Haushalte weitergegeben werden können. Dazu werden Materialkosten und CO2-Emissionen von jedem Beteiligten in der Prozesskette auf Einzelproduktebene bereitgestellt und in der myEcoCost-Datenbank aggregiert. Im Prototyp der Software werden die Daten zunächst manuell über eine Browseroberfläche eingegeben.

Mithilfe des EAN-13-Barcodes können die Ökokosten von Endkonsumenten später via App abgerufen werden. Auf dem Kassenbon finden sich neben dem Zahlbetrag dann auch die Ökokosten des gesamten Einkaufs. Sie könnten darüber hinaus im persönlichen myEcoCost-Konto gespeichert werden und sich über alle Produkte pro Tag, Woche, Monat oder Jahr auswerten oder mit anderen Verbrauchern vergleichen lassen. Öffentliche Institutionen könnten in anonymisierter und aggregierter Form so auch Einblick in das Umweltverhalten der Gesamtbevölkerung erlangen. „myEcoCost wird nachhaltiges Handeln fördern und den effizienten Umgang mit Ressourcen attraktiver machen“, ist Kresse überzeugt.

Der myEcoCost-Prototyp ist Ergebnis des gleichnamigen europäischen Förderprojekts, das im Oktober 2015 endete. Neben GS1 Germany haben weitere bekannte Unternehmen wie die Praxispartner Ecover und Boots UK oder das in der Nachhaltigkeitsforschung aktive Wuppertal Institut am Software-System mitgewirkt. myEcoCost soll im nächsten Schritt bis zur Marktreife weiterentwickelt werden. Unternehmen, die interessiert sind, sich dabei einzubringen oder die Software in einem Webinar kennenlernen möchten, können sich bei GS1 Germany an Tim Bartram (bartram@gs1-germany.de) wenden.

Für detaillierte Information über myEcoCost steht eine kostenfreie Broschüre zum Download bereit.http://www.myecocost.eu/images/downloadable_material/myEcoCost_Summary_2015_final.pdf.

Ein Video zum Projekt (Quelle: The myEcoCost Consortium) finden Sie hier: myEcoCost

Pressebild: Supply Chain der Ökokosten (Quelle: TriaGnoSys)

Pressekontakt:
GS1 Germany GmbH
Steffi Kroll
Pressereferentin
Maarweg 133, 50825 Köln
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