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Was Sepa Instant Payments für Händler wirklich bringen

+++ GS1 Germany befragte Handelsunternehmen zu den Chancen von Sepa Instant Payments +++ Handel rechnet mit geringeren Kosten und sieht das Ende der Lastschrift +++ Einigkeit bei den Experten: Ohne Standards geht es nicht +++

Geht es nach der Europäischen Zentralbank, könnte das Verfahren Sepa Instant Payments schon Ende 2017 bei ersten Banken laufen. Mit dieser Methode sind Überweisungen in Echtzeit möglich. Das funktioniert bei Transaktionen von einer Person zur anderen (Person-to-Person), bietet aber auch Potenzial für den Handel. GS1 Germany bat in der ersten Jahreshälfte 37 große stationäre und Online-Handelsunternehmen, die Chancen und Herausforderungen einzuschätzen, die das neue Zahlverfahren mit sich bringt. Fazit: Händler erwarten mehr Schnelligkeit, weniger Kosten und das Ende des risikobehafteten Lastschriftverfahrens.

Der Handel ist von den Vorteilen der Sepa Instant Payments überzeugt. „Die große Mehrheit schätzt, dass Gutschriften sofort erfolgen, Interchange-Gebühren wegfallen und das Geld garantiert verfügbar ist“, erklärt Ercan Kilic, Abteilungsleiter Mobile Commerce + Financial Services bei GS1 Germany. „Bei Überweisungen und Lastschriftverfahren liegen meist zwei bis drei Tage zwischen dem Bezahlen und dem Zeitpunkt, an dem das Geld auf dem eigenen Konto eingetroffen ist. Bis dahin gehen Händler in das Risiko, dass ein Konto nicht gedeckt ist oder der Kunde eine Zahlung zurückruft“, so Kilic. Bei Sepa Instant Payments entfallen diese Risiken.

Handel und Banken setzen auf gemeinsame Standards

Mehr als die Hälfte der Händler geht davon aus, dass Sepa Instant Payments das Ende des Lastschriftverfahrens einläuten. Am stationären Point of Sale könnte das für Kunden bedeuten, dass es keine Maestro/ec-Kartenzahlung mit Unterschrift mehr gibt. „Stattdessen wird dann das Mobiltelefon gezückt und per Klick eine Echtzeitüberweisung angestoßen“, ist Kilic überzeugt. Damit das möglich wird, sind allerdings noch einige Hausaufgaben auf Seiten des Handels und der Banken zu erledigen. In der Befragung von GS1 Germany waren sich alle Händler einig, dass es ohne Standards nicht geht. Daher haben sich die am Paymentprozess beteiligte Banken und Händler bereits Anfang 2017 gemeinsam mit GS1 Germany getroffen und drei Arbeitsgruppen mit dem Ziel ins Leben gerufen, Standards für die verschiedenen Prozesse zu vereinbaren. Im Fokus stehen dabei Standards für die Schnittstellen „Handel – Geschäftsbank“, „Mobiltelefon – Kassenterminal/System am POS“ sowie „Mobiltelefon des Verbrauchers – Hausbank des Verbrauchers (App)“. Eine erste Version der Schnittstellenbeschreibungen soll bis Ende 2017 vorliegen.

Sepa Instant Payments müssen vor allem einfach sein

Doch nicht nur vorhandene Standards und die Ausstattung mit der passenden Technologie entscheiden darüber, ob sich Echtzeitzahlungen durchsetzen. „Am Ende hat es der Konsument in der Hand“, gibt Kilic zu bedenken. „Über die Hälfte der Händler sehen sich in der Pflicht, die Kommunikation zum Endkunden gemeinsam mit den Banken zu treiben. Verbraucher müssen über die Vorteile und das Verfahren von Sepa Instant Payments aktiv informiert werden.“ Die Erfahrung mit anderen im Handel eingeführten Zahlverfahren zeigt auch, dass Sepa Instant Payments in erster Linie einfach sein müssen, damit sie angenommen werden.

Dieser Herausforderungen stellen sich Handel und Banken gemeinsam auf der Plattform von GS1 Germany. Am 13. und 14. September 2017 informiert GS1 Germany auf der dmexco in Köln über Möglichkeiten, sich über Mobile Commerce und Sepa Instant Payments mit anderen Unternehmen auszutauschen und an Standards zu arbeiten: dmexco, KölnMesse, Halle 7.1, Gang E, Stand Nr. 045.

Pressebild: Infografik „Händlerbefragung Sepa Instant Payments – 10 Kernergebnisse“ (Bildquelle: GS1 Germany)

Pressekontakt:
GS1 Germany GmbH
Steffi Kroll
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