Presse

Weltnormentag 2017: Barcodes schützen Patienten und verbessern ihre Versorgung

+++ Kliniken optimieren ihre Medikations-, OP- sowie Lagerprozesse und reduzieren personelle wie finanzielle Aufwände auf Basis der international gültigen GS1 Standards +++ Zahlen und Fakten im Gesundheitswesen: 90 Prozent geringere Aufwände beim Erfassen verbrauchter Materialien, 50 Prozent weniger Medikationsfehler, 500 Stunden Zeitersparnis pro Jahr bei der OP-Vorbereitung, rund 336.000 Euro Kosteneinsparung in der allgemeinen Chirurgie +++

Anlässlich des Weltnormentags 2017 am 14. Oktober, international bekannt als World Standards Day, veröffentlicht die globale Standardisierungsorganisation GS1 Zahlen und Fakten zum Nutzen der weltweit eindeutigen GS1 Standards im Gesundheitswesen. Sie belegen zum Beispiel, dass durch den Scan standardisierter Codes, wie dem GS1 DataMatrix, Fehlmedikationen vermieden, Medikamente schnell zuverlässig zurückverfolgt und Operationen sicherer durchgeführt werden können.

Weniger Verwaltung, mehr Zeit für Patienten

Lageroptimierung bei höchster Versorgungssicherheit ist das Ziel eines Projekts, das das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf gemeinsam mit dem weltweit größten Hersteller von Medizinprodukten Johnson & Johnson aufsetzte. Es geht dabei um Vendor Managed Inventory, kurz VMI, eine Form des Bestandsmanagements bei dem der Lieferant die Verantwortung über seine Bestände beim Kunden übernimmt. „Bei diesem Vorgehen melden die Kliniken die tatsächlichen Verbräuche und nicht die Entnahmen aus dem Lager“, erläutert Rüdiger Forster, Customer Connectivity & Project Manager bei Johnson & Johnson. Die Verbräuche werden erfasst, indem das Klinikpersonal die Barcodes der Produktverpackung scannt. Gegenüber manueller Eingaben konnte allein an dieser Stelle schon eine Reduktion der Aufwände um 90 Prozent erzielt werden. Die Projektpartner zogen darüber hinaus weiteren Nutzen aus dem Projekt, wie zum Beispiel einen um 40 Prozent reduzierten Lagerbestand und 44 Prozent weniger Anlieferungen. Der Patient profitiert von solchen Projekten, wenn durch die eingesparten Ressourcen mehr Zeit für seine Behandlung bleibt.

Das richtige Medikament beim richtigen Patienten

Welche Medikamente wurden wann welchem Patienten verordnet und verabreicht? Ein einziger Scanvorgang genügt, um sowohl den Patienten als auch seine Medikation eindeutig zu bestimmen. Das wird am Beispiel der Medius Kliniken deutlich.
Am Standort in Nürtingen, Baden-Württemberg, führte der Klinikverbund im vergangenen Jahr eine neue Lösung zur barcodegestützten Medikation ein. Dazu scannt die verantwortliche Pflegekraft jeweils den GS1 Barcode auf dem Medikamentendispenser und auf dem Medikament, das laut digitaler Medikamentenübersicht verschrieben wurde. So kann sie abgleichen, ob das Medikament mit der Verschreibung übereinstimmt und den Dispenser anschließend korrekt bestücken. Anschließend dokumentiert die Pflegekraft per Scan des Barcodes auf ihrem Ausweis, wer die Medikation gerichtet hat. „Medikamentenvorbereitung und -abgabe lassen sich nun deutlich effizienter realisieren, die Fehleranfälligkeit wird minimiert. Zudem konnten wir unerwünschte Arzneimittelnebenwirkungen und -wechselwirkungen reduzieren“, begrüßt Gertrud Türk-Ihli von der Informationstechnik der Medius Kliniken den Erfolg.

Belgien, Japan, England: eine Reise zu den Erfolgen der GS1 Barcodes

Diese Beispiele sind keine Ausnahmen. Das zeigen weitere Anwendungsfälle aus der ganzen Welt. Das belgische Universitätsklinikum ZU Leuven etwa bestätigt, dass durch die barcodegestützte Medikation die Prozesse um bis 50 Prozent weniger Fehler aufweisen. Auf Patientenseite ist das ein deutliches Plus an mehr Sicherheit.

Die Erfolgsgeschichte der GS1 Barcodes setzt ihren Weg auch auf dem asiatischen Kontinent fort. Das japanische Fukui Hospital identifiziert seine 20.000 OP-Instrumente digital per Scan von Barcodes und gewinnt dadurch 500 Stunden Zeit pro Jahr bei der Vorbereitung von Operationen.

In England konnte der Derby Teaching Hospitals NHS Foundation Trust mit dem Einsatz der GS1 Standards seine OP-Prozesse automatisieren. In erster Linie schafft das mehr Sicherheit bei den einzelnen Operationen. Darüber hinaus erzielte der Gesundheitsversorger eine jährliche Ersparnis von 300.000 britischen Pfund, also gut 336.000 Euro, allein für die Verbrauchsmaterialien in der allgemeinen Chirurgie. Und Keith Jones, der klinische Direktor der Chirurgie, berichtet von einem weiteren Erfolg: „Bisher benötigten wir bei einem Produktrückruf für die Identifikation der betroffenen Patienten etwa 50 Stunden. Wenden wir dabei die GS1 Standards an, wissen wir jetzt innerhalb von 30 Minuten, wer betroffen ist.“

Alles in allem sind diese beispielhaften Erfolge ein deutlicher Indikator für das Potenzial der GS1 Standards im globalen Gesundheitswesen. Weltweit nutzen bereits mehr als zwei Millionen Unternehmen unterschiedlichster Branchen die GS1 Barcodes. Die Interessen aller Beteiligten bringt die internationale Initiative GS1 Healthcare auf einer neutralen Plattform zusammen. In Deutschland setzt GS1 Germany Standards für die Anforderungen von Unternehmen und die Herausforderungen vor denen moderne Wertschöpfungsketten und neue Technologien sie stellen.

Hintergrund

Weltnormentag Der Weltnormentag, englisch World Standards Day, wird jährlich am 14. Oktober begangen. Es ist ein Gedenktag, der von der Internationalen Organisation für Normung (ISO), der International Electrotechnical Commission (IEC) und der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) ins Leben gerufen wurde. (Quelle: Wikipedia)

Pressefotos: Dispenser mit GS1 Barcode und Scan von Medikamenten im Krankenhaus (Quelle: Medius Kliniken)

Pressekontakt:
GS1 Germany GmbH
Michaela Freynhagen
Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Marketing + Kommunikation
Maarweg 133, 50825 Köln
Tel: 0221 94714-534, Fax: 0221 94714-7534
E-Mail: freynhagen@gs1-germany.de