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Wie geht Digitalisierung: Förderprojekt unterstützt KMU beim Weg ins E-Business

BMWi-Förderprojekt eStep Mittelstand nach drei Jahren Laufzeit abgeschlossen • Kostenfreie Tools geben Antworten auf: Wo stehe ich, wo geht’s hin, wie gehe ich vor • Open Source Middleware ermöglicht E-Business im Plug-and-Play-Prinzip

„Alle reden von Digitalisierung. Für kleine und mittelständische Unternehmen bleibt sie aber nach wie vor abstrakt und eine unsichere Investition“, resümiert Dennis Schiemann vom Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) an der RWTH Aachen zum Abschluss des Projekts eStep Mittelstand. Ende Dezember wurden offziell die Ergebnisse des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Vorhabens vorgestellt. Um kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) den Einstieg in das E-Business und die Digitalisierung ihrer Prozesse zu vereinfachen, haben die Partner eCl@ss, FIR an der RWTH Aachen, Grün Software, GS1 Germany und Tapas drei Jahre lang verschiedene Lösungen entwickelt.

Die entstandenen Anwendungen unterstützen bei der strategischen Frage, wie weit und in welche Richtung die eigene Digitalisierung vorangetrieben werden soll. Das Self-Assessment-Tool beantwortet dabei die Frage „Wo stehe ich?“, der Entscheidungsbaum „Was ist mein Ziel?“ und die Middleware „Wie gehe ich vor?“

Klaus Kaufmann von GS1 Germany: „Wir haben einen Werkzeugkasten für den Einstieg ins E-Business erstellt. Er basiert auf anerkannten Standards. Mithilfe der Anwendungen werden Unternehmen begleitet vom Status quo bis zur Umsetzung von standardbasierten, elektronischen Prozessen.“ Alle Ergebnisse stehen ab sofort zur kostenfreien Nutzung auf der Webseite www.estep-mittelstand.de bereit.

Reif für E-Business?

Bereits seit 2015 können Unternehmen das Self-Assessment-Tool von eStep Mittelstand nutzen. Es hilft herauszufinden, wie stark die eigenen Prozesse im Branchenvergleich tatsächlich digitalisiert sind. In 20 Minuten können Interessenten ihren E-Business-Reifegrad ermitteln. Das Unternehmen wird auf Grundlage einer Selbsteinschätzung ausführlich bewertet und erhält konkrete Handlungsempfehlungen für die nächsten Schritte.

Digitale Ziele definieren

Um Geschäftsprozesse zu digitalisieren, gibt es eine Fülle an Möglichkeiten. „Standards bieten für KMU ein enormes Potenzial, die eigenen Prozesse zu verschlanken und kostengünstiger zu gestalten. Darum müssen sie strategisch sinnvoll gewählt werden,“ appelliert Dennis Schiemann vom FIR. Der Entscheidungsbaum von eStep Mittelstand unterstützt dabei, den eigenen Weg ins E-Business zu definieren. Mit dem kostenfreien Online-Tool können die potenziell geeigneten Standards ausgewählt werden. Es wurde mithilfe von Expertenbefagungen entwickelt und erlaubt eine individuelle Gewichtung.

Ergänzend dazu beschreibt die im Projekt veröffentlichte DIN SPEC 91334 die Methodik, um E-Business-Standards zu analysieren und auszuwählen.

E-Business nach dem Plug-and-Play Prinzip

Ist ein strategisches Vorgehen für den Weg in die Digitalisierung definiert, gilt es in die Umsetzung zu kommen. Hierfür stellten die Partner die eStep Mittelstand Middleware vor. „Die Middleware ist ein absolutes Novum für den Einsatz von E-Standards. Wir haben durch die Zusammenarbeit mit den Experten von eCl@ss und GS1 Germany erstmals eine Open Source Lösung für die Umwandlung – zu technikdeutsch „Konvertierung“ – von Daten in unterschiedlichste Standardformate geschaffen. Das gab es so bisher noch nicht“, berichtet Ralph Backes, der das Projekt bei Grün Software koordinierte. In einem einzigen Schritt können zum Beispiel eine Rechnung im ZUGFeRD-Format und ein Artikelstamm für den Katalogaustausch mit eCl@ss erzeugt werden. „Unternehmen können sich mit Plugins künftig ihren eigenen individuellen und dennoch standardbasierten Konverter zusammensetzen“, so Backes. Die Middleware basiert auf dem internationalen, offenen Standard UN/CEFACT.

Marktübliche Konverter basieren in der Regel auf einem geschlossenen Quellcode. Heißt: Wer den Konverteranbieter wechselt, musste bisher sämtliche Schnittstellen komplett neu programmieren lassen. Mit der eStep Mittelstand Middleware entfällt dieser Aufwand. Unternehmen, die ein weiteres Standardformat bedienen möchten, brauchen künftig nur ein weiteres Plugin für die Middleware. Bei einem Anbieterwechsel, muss nicht die komplette Middleware ausgewechselt werden, sondern lediglich das betreffende Plugin.

Im Förderprojekt eStep Mittelstand wurden bei der Entwicklung der Middleware prototypisch die Prozesse Rechnungen und Artikelstammdaten betrachtet. „Es gilt jetzt, die Middleware in Pilotprojekten einzusetzen und so in einen Live-Betrieb zu überführen“, so Klaus Kaufmann von GS1 Germany. Die Open Source Lösung steht ab sofort allen Unternehmen und Dienstleistern, die daran interessiert sind, sie weiterzuentwickeln und zu pilotieren, kostenfrei zum Download unter www.estep-mittelstand.de bereit.

eStep Mittelstand war Teil der Förderinitiative „eStandards: Geschäftsprozesse standardisieren, Erfolg sichern“, die im Rahmen des Förderschwerpunkts „Mittelstand-Digital – IKT-Anwendungen in der Wirtschaft“ vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert wurde.

Video:
Digitalisierung einfach erklärt (Quelle: eStep Mittelstand)

Pressekontakt:
GS1 Germany GmbH
Steffi Kroll
Pressereferentin
Maarweg 133, 50825 Köln
Tel: 0221 94714-437, Fax: 0221 94714-7437
E-Mail: kroll@gs1-germany.de 

Über eStep Mittelstand

eStep Mittelstand steht für „Modulare Lösungen für den Mittelstand zur Stärkung der eigenständigen Integration von eBusiness-Standards in komplexe Lieferketten-Prozesse“. Das Ende 2016 beendete Proiekt war Teil der Förderinitiative „eStandards: Geschäftsprozesse standardisieren, Erfolg sichern“, die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert wurde. eStep Mittelstand unterstützt gezielt kleine und mittlere Unternehmen sowie das Handwerk, moderne Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) zu entwickeln und anzuwenden. Beteiligt waren das Forschungsinstitut für Rationalisierung e.V. (FIR) an der RWTH Aachen, der eCl@ss e.V., die GRÜN Software AG, die GS1 Germany GmbH sowie die tapas GmbH.