Veröffentlicht am 16.04.2026
Mit Umsetzung der europäischen Empowering Consumers Directive, kurz EmpCo, in nationales Recht werden die wettbewerbsrechtlichen Anforderungen in Deutschland deutlich verschärft. So erhält das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) zusätzliche Regelungen, die die Kommunikation nachhaltigkeitsbezogener Produkte stärker regulieren. „Die neuen regulatorischen Vorgaben sind durch einen erheblichen Interpretationsspielraum geprägt. Viele Detailregelungen sind derzeit noch nicht finalisiert oder eindeutig ausgelegt. Gleichzeitig stehen Unternehmen unter hohem Zeitdruck: Maßnahmen wie die Gestaltung von Verpackungen erfordern lange Vorlaufzeiten“, erläutert Joanna Behrend, Manager Sustainability bei GS1 Germany. Vor diesem Hintergrund erarbeiteten Expert:innen aus Industrie und Handel unter dem Dach von GS1 Germany eine umfassende Anwendungsempfehlung, mit der Unternehmen die steigenden Anforderungen möglichst rechtssicher und praxisnah umsetzen können. Sie baut auf dem Leitfaden „Sustainable Product Claims 2.0“ aus einem Vorgängerprojekt auf und richtet sich insbesondere an Fachkräfte aus Marketing, Unternehmenskommunikation und Produktdatenmanagement. Zur kostenfreien EmpCo-Publikation Praxisnahe Orientierung durch Positivbeispiele Ziel ist es, Interpretationsspielräume zu strukturieren und Unternehmen konkrete Hilfestellungen zu geben, um Fehlinterpretationen, Fehlauslegungen und mögliche Sanktionen zu vermeiden. Dazu Annika Haus, Institutional Affairs & Sustainability bei Ferrero: „Verbraucherinnen und Verbraucher erwarten heute klare und glaubwürdige Informationen zu Nachhaltigkeit – gleichzeitig steigen die regulatorischen Anforderungen spürbar. Entscheidend ist deshalb, dass Unternehmen nicht nur compliant sind, sondern auch verständlich kommunizieren. Genau hier leisten gemeinsame Branchenansätze einen wichtigen Beitrag.“ Im Mittelpunkt der Publikation stehen daher praxisnahe Positivbeispiele zu zentralen Themenfeldern wie Klima, Recycling und Verwertung sowie Inhaltsstoffe. Dabei handelt es sich zum Beispiel und Begriffe wie: ökologisch (für Nahrungsmittel), Artenvielfalt, Energieeffizienz, refurbished/wiederaufbereitet, Mehrweg, nachfüllbar. Jede Aussage ist systematisch aufbereitet – mit klaren Definitionen, juristischer Einordnung, Anwendungsempfehlungen, Beispielen sowie den potenziell relevanten Nachweisen. Die Inhalte sind grundsätzlich branchenübergreifend anwendbar, auch wenn der Bereich Fast Moving Consumer Goods (FMCG) besonders stark vertreten ist. Die enthaltenen Begriffe, Definitionen und Kommunikationshinweise bieten Orientierung. Gleichzeitig handelt es sich ausdrücklich um rechtlich unverbindliche oder nicht abschließend geprüfte Claims. Für unternehmensspezifische Fragestellungen wird eine individuelle rechtliche Prüfung empfohlen. Informationen im Sinne der Verbraucher:innen „Für den Handel ist Transparenz entlang der gesamten Customer Journey entscheidend – von der Produktdetailseite bis zur Verpackung. Einheitliche Leitplanken helfen uns, Nachhaltigkeitsinformationen konsistent darzustellen und für Kund:innen verständlich zu machen, ohne sie zu überfordern“, ergänzt Lena Lohse, Senior Sustainability Managerin Compliance & Policies bei der Otto GmbH & Co. KGaA. Ein weiterer Mehrwert entsteht durch die Verknüpfung mit GS1 Standards . Diese fördern standardisierte Datenstrukturen und ermöglichen eine konsistente, vergleichbare und transparente Kommunikation nachhaltigkeitsbezogener Informationen. So eröffnen digitale Lösungen wie QR-Codes mit GS1 Digital Link zusätzliche Möglichkeiten: Sie erlauben es, weiterführende Informationen oder dynamische Inhalte direkt mit dem Produkt zu verknüpfen. Damit werden komplexe Nachhaltigkeitsinformationen für Konsument:innen leicht zugänglich und nachvollziehbar. Pressefoto 1: Verbraucher:innen erwarten klare, glaubwürdige Informationen zu Nachhaltigkeit (Quelle: GS1 Germany) Pressefoto 2: Einheitliche Leitplanken helfen, komplexe Nachhaltigkeitsinformationen für Konsument:innen leicht zugänglich und nachvollziehbar zu machen – für nachhaltigere Kaufentscheidungen am Point of Sale (Quelle: GS1 Germany) Pressekontakt: GS1 Germany GmbH Michaela Freynhagen Corporate Communications Stolberger Str. 108 a, 50933 Köln Tel: 0221 94714-534 E-Mail: michaela.freynhagen@gs1.de www.gs1.de/newsroom www.gs1.de/ueberuns
Veröffentlicht am 22.10.2025
Auf der diesjährigen Supply Chain CX hat GS1 Germany als Host der Lean and Green Initiative in Deutschland Lorenz und Hipp für ihre CO ₂ -Reduktion in Lager- und Logistikprozessen ausgezeichnet. Lorenz erhält den Lean and Green 3rd Star, Hipp wird mit dem Lean and Green 1st Star geehrt. Die Lean and Green Initiative unterstützt Unternehmen dabei, logistikbezogene Treibhausgasemissionen systematisch zu reduzieren. Grundlage für die Auszeichnung sind dokumentierte Maßnahmen und durch das SGS Institut Fresenius überprüfte Ergebnisse. Lorenz: 3rd Star für 38,49 Prozent CO₂-Reduktion Durch die konsequente Optimierung seiner Lieferketten- und Energieprozesse hat Lorenz seine CO₂-Emissionen seit 2014 um 38,49 Prozent reduziert. Dieser Erfolg basiert auf gezielten Maßnahmen in den Kernbereichen Transporteffizienz, Lagerlogistik und Energiemanagement. Effizienzsteigerung im Transport: Eine höhere Auslastung der Ladungsträger erreicht das Unternehmen durch die Umstellung auf CCG2-Paletten sowie eine Erhöhung der Palettenlagen. Gleichzeitig reduzierte Lorenz die Frequenz der Transporte bei konstantem Volumen und setzte für Umlagerungen gezielt Lang-LKW des Typs 3 ein, um die Effizienz weiter zu steigern. Neu ausgerichtete Lagerlogistik: Im Rahmen einer strategischen Anpassung stellt Lorenz die Belieferung von Zentrallagern für ausgewählte Kunden um. Eine gezielt verringerte Lieferfrequenz optimiert die Tourenplanung und senkt den Ressourceneinsatz, während die Versorgungssicherheit jederzeit gewährleistet bleibt. Nachhaltiges Energiemanagement: Am Produktionsstandort Neunburg vorm Wald sichert der Bezug von zertifiziertem Ökostrom eine klimafreundliche Energieversorgung. Flankierend dazu optimierte das Unternehmen den Erdgasverbrauch und leistet so einen weiteren Beitrag zur Emissionsreduktion. Ergänzend hat sich Lorenz zur Erreichung des Lean and Green 3rd Stars in sozialen und ökologischen Projekten engagiert, darunter Spendenaktionen für die Ukraine, regelmäßige Unterstützung lokaler Tafeln, Unterstützung von Kleinbauern und Frauen in der Cashew-Produktion in Mosambik, Biodiversitätsförderung an Produktionsstandorten sowie die Zusammenarbeit mit der Plastic Bank in Ägypten zur Vermeidung von Meeresplastik. Stefan Bender, Head of Logistics bei Lorenz, erklärt: „Die Auszeichnung ist für uns Bestätigung und Ansporn zugleich. Nachhaltigkeit ist fester Bestandteil unserer Unternehmensstrategie. In der Logistik setzen wir diesen Weg konsequent fort. Dass wir dieses Ziel erreichen konnten, verdanken wir der engen Zusammenarbeit mit unseren Kunden und Logistikpartnern. Gemeinsam werden wir auch in Zukunft daran arbeiten, unsere Supply Chain noch effizienter und klimafreundlicher zu gestalten.” Auch Hipp kann sich über einen Erfolg in der Initiative freuen. Bereits in seinem ersten Jahr als Lean and Green Teilnehmer hat das Unternehmen im Vergleich zum Basisjahr 2020 eine CO₂-Reduktion von 25,9 Prozent erzielt und sich damit den 1st Star gesichert. Wesentliche Hebel für diese Einsparung waren: Hipp: 1st Star für 25,9 Prozent CO₂-Reduktion Auch Hipp kann sich über einen Erfolg in der Initiative freuen. Bereits in seinem ersten Jahr als Lean and Green Teilnehmer hat das Unternehmen im Vergleich zum Basisjahr 2020 eine CO₂-Reduktion von 25,9 Prozent erzielt und sich damit den 1st Star gesichert. Wesentliche Hebel für diese Einsparung waren: Strategische Standortkonsolidierung: Durch die Zentralisierung der Lagerlogistik von ehemals elf auf drei strategische Standorte verkürzt Hipp Transportwege signifikant und reduziert die damit verbundenen Fahrleistungen. Umstellung auf erneuerbare Energien: Die vollständige Umstellung der Lagerstandorte auf zertifizierten Ökostrom aus Wasserkraft eliminiert die Emissionen aus dem Strombezug und ist ein zentraler Baustein der Nachhaltigkeitsstrategie. Elektrifizierung der Intralogistik: Der Austausch von Treibgasstaplern durch moderne, elektrisch betriebene Flurförderzeuge senkt die Emissionen direkt vor Ort. Zusätzlich optimierte das Unternehmen interne Shuttle-Transporte zur Steigerung der Gesamteffizienz. Effizienz im Transportnetzwerk: Eine intelligente Tourenplanung in Kombination mit der gezielten Modernisierung der Fahrzeugflotten bei beauftragten Transportdienstleistern trägt ebenfalls maßgeblich zur Emissionssenkung bei. Anna Ostermeier, Leiterin Exportlogistik und internationales Auftragsmanagement bei Hipp, sagt: „Die erzielten Ergebnisse zeigen, dass sich Investitionen in Nachhaltigkeit auch operativ auszahlen.“ Pressefoto: Lean and Green Auszeichnung für Lorenz und Hipp auf der Supply Chain CX in Berlin. V.l.n.r.: Aljoscha Rix (GS1 Germany), Stefan Bender (Lorenz), Bernard Magin (Lorenz), Dr. Peter Gebhard (Hipp), Anna Ostermeier (Hipp), Ingo Wolters (GS1 Germany). Foto: BVL / Thomas Rafalzyk Mehr zu Lean and Green: www.gs1.de/lean-and-green Pressekontakt: GS1 Germany GmbH Tassja Wagner Manager Corporate Communications Stolberger Straße 108 a, 50933 Köln Telefon: +49 170 7009027 E-Mail: tassja.wagner@gs1.de www.gs1.de/newsroom www.gs1.de/ueberuns
Veröffentlicht am 14.10.2026
Seit dem 12. August 2026 gilt die europäische Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR) und bringt für die Partner entlang der Lieferkette neue, teils komplexe Pflichten mit sich. Viele Anforderungen greifen dabei stufenweise oder werden erst durch delegierte Rechtsakte konkretisiert. Für die Praxis bedeutet das vor allem eines: Unternehmen müssen Klarheit darüber schaffen, welche Rolle sie wann einnehmen – und welche Daten sie dafür von wem benötigen. Vor diesem Hintergrund haben Expert:innen aus Industrie und Handel unter dem Dach von GS1 Germany eine kostenfreie PPWR-Anwendungsempfehlung erarbeitet. Die Publikation ist ein Ergebnis des Programms „Data for Sustainability“, kurz D4S, und versteht sich als Diskussionspapier für den weiteren branchenweiten Austausch. Ziel ist es, bei der strukturierten Umsetzung zentraler PPWR-Anforderungen zu unterstützen, insbesondere bei der Konformitätsbewertung und der erweiterten Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility, EPR). EPR beschreibt das Prinzip, nach dem Unternehmen, die Verpackungen erstmals in Verkehr bringen, auch finanziell und organisatorisch für deren Sammlung, Recycling und Entsorgung am Lebensende verantwortlich sind. Zudem zeigt die Anwendungsempfehlung, wie sich der dafür notwendige Datenaustausch zwischen Industrie und Handel praxistauglich aufsetzen lässt. Das Dokument steht hier zum kostenfreien Download bereit. Schnelle Orientierung zu Kernpflichten und Szenarien für praxisnahen Datenaustausch Die Anwendungsempfehlung erläutert die in der PPWR definierten Rollen Erzeuger, Importeur, Vertreiber und Hersteller mit ihren jeweiligen Kernpflichten. Im Fokus stehen dabei Verfahren für die Konformitätsbewertung, technische Dokumentation und Konformitätserklärung (Declaration of Conformity, kurz DoC) sowie die Anforderungen im Kontext der EPR. Wie der Transfer der Informationen in der Praxis aussehen kann, zeigt das Dokument anhand von vier typischen Belieferungsszenarien, darunter Konstellationen innerhalb der EU sowie Importe aus Nicht-EU-Ländern. Für jedes Szenario wird abgeleitet, welche Rolle welche Daten benötigt und wie Industrie sowie Handel diese Informationen austauschen müssen. Berücksichtigt werden dabei auch Anforderungen an DoC, technische Dokumentation und EPR-bezogene Informationen. Als zentrale Grundlage für den interoperablen Austausch von Produkt- und Verpackungsinformationen empfiehlt die Anwendungsempfehlung den Einsatz des Global Data Synchronisation Network (GDSN) von GS1. Das weltweit etablierte Netzwerk ermöglicht den Austausch aktueller und qualitativ hochwertiger Produktstammdaten und schafft damit eine wichtige Grundlage für die effiziente Umsetzung der PPWR-Anforderungen. Die Orientierungshilfe ist bewusst auf bestehende Initiativen abgestimmt: Bereits vorhandene Ergebnisse wurden integriert und harmonisiert, um Doppelarbeit zu vermeiden und eine konsistente Grundlage für Reporting- und Nachweispflichten anzubieten. Pressebild: PPWR – Wer benötigt welche Daten von wem? (Quelle: GS1 Germany) Pressekontakt: GS1 Germany GmbH Michaela Freynhagen Corporate Communications Stolberger Straße 108 a, 50933 Köln Tel: 0221 94714-534 E-Mail: michaela.freynhagen@gs1.de www.gs1.de/newsroom www.gs1.de/ueberuns