Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit erkennen, optimieren, kommunizieren

Nachhaltigkeit ist für Unternehmen eine der wichtigsten aktuellen Herausforderungen. Globale Wertschöpfungsketten stehen vor dem Umbruch, Produktnachhaltigkeit gerät stärker in den Fokus.

Rohstoffe wollen möglichst ökologisch gefördert, Produktionsprozesse optimiert und gute Mitarbeiter langfristig gewonnen werden. Um das Richtige zu tun, müssen Unternehmen die Auswirkungen ihrer Produkte und Dienstleistungen über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg verstehen und dieses Wissen mit Partnern und Kunden teilen. Viele Unternehmen haben bereits umfassende interne Nachhaltigkeitsstrategien entwickelt und können Auskunft über Status und Fortschritt der eigenen Produktnachhaltigkeit geben.

Jedoch werden harmonisierte Ansätze für eine flächendeckende Verbesserung benötigt. Die Schlüsselbegriffe für zunehmend nachhaltiges Wirtschaften sind daher „Kooperation“ und „Transparenz“.

Hotspots machen es möglich

Um ein effizientes Nachhaltigkeitsmanagement in der Branche zu etablieren, ist ein einheitliches Verständnis von Hotspots für die Nachhaltigkeit eines Produktes erforderlich. Doch was genau sind Hotspots und warum sind sie so wichtig? Mit der Definition von Hotspots, also den größten ökologischen und sozialen Herausforderungen im Gesamtlebenszyklus einer Produktkategorie, können Unternehmen ihre Produkte standardisiert über den gesamten Lebenszyklus hinweg bewerten.

Hotspots-Initiativen auf einem Blick

Die Studie „ Produktnachhaltigkeit gemeinsam definieren - Globale Hotspot-Initiativen im Vergleich “ von GS1 Germany und THEMA1 stellt die sechs unterschiedlichen globalen Ansätze vor und bewertet sie in Bezug auf Ganzheitlichkeit, Effizienz und Praktikabilität sowie Transparenz und Offenheit. Anhand einzelner Produktkategorien wird überprüft, ob unterschiedliche, methodische Ansätze trotzdem zu vergleichbaren Hotspot-Erkenntnissen führen. Ziel ist es, die vielversprechenden Ansätze herauszufiltern, die in Deutschland und Europa von Industrie und Handel gemeinsam genutzt werden können.

Das TSC wurde im Jahr 2009 auf Initiative von Walmart gegründet. Träger sind die Arizona State University und die University of Arkansas. Ziel der Institution ist es, Grundlagen für das praktische und skalierbare Management der Nachhaltigkeit von Konsumgüterprodukten zu schaffen, insbesondere für die Zusammenarbeit zwischen Einzelhandel und Herstellern (B2B). TSC ist die am weitesten vorangeschrittene Initiative, mit dem Ziel bis Ende 2014 die Hotspots der relevanten 600 Konsumgüterkategorien herauszuarbeiten.

Das WRAP PSF ist eine britische Organisation, finanziert durch die englische, schottische und walisische Regierung sowie engagierte Unternehmen. Die Initiative agiert als Plattform für mehr als 80 Organisationen, um gemeinsam die Umweltleistung von Lebensmitteln und Haushalts-/Heimwerkerartikeln zu erfassen, zu verbessern und zu kommunizieren. Sie befindet sich methodisch noch in der Anfangsphase, zeichnet sich bislang aber durch eine hohe Transparenz und Offenheit aus.

Der EU PEF hat den umfassendsten und fundiertesten methodischen Ansatz im Vergleich zu den anderen Initiativen entwickelt. Ziel ist es, die Umweltleistung von Produkten in einer Kategorie transparent und vergleichbar auszuweisen. Zu diesem Zweck wurde das bestehende Regelwerk für Ökobilanzierung weiter konkretisiert und methodische Wahlfreiheiten durch konkrete Anforderungen ersetzt. Hintergrund dafür ist die Schaffung eines europäischen Binnenmarktes für umweltverträgliche Produkte – die sogenannten „grünen“ Produkte.

Bei der A.I.S.E handelt es sich um eine Brancheninitiative im Bereich Wasch-, Pflege- und Reinigungsmittel mit dem Ziel die Produkte nachhaltiger zu entwickeln. Die Initiative gründet auf der Einsicht, dass es für die Identifizierung von Kategorie-Hotspots, eine geeignete Messung der Umweltleistung bedarf.

Für die Kommunikation an die Endkonsumenten soll es ein gemeinsames Vorgehen innerhalb der Branche geben.

Der Food SCP Round Table wurde 2009 gegründet und ist eine gemeinsame Initiative der EU-Kommission und 24 Vertretern der Lebensmittelbranche (Produzenten und Zulieferer). Die Initiative verfolgt einheitliche Grundlagen für die Qualifizierung, Reduktion und Kommunikation der Umweltauswirkungen von Lebensmitteln.

Das Label PRO PLANET steht für die nachhaltige Verbesserung von Waren im Massenmarkt mittels Produktkennzeichnung. Die Initiative wurde von der Rewe Group ins Leben gerufen und lobt solche Produkte aus, die in den Hotspots ihrer Produktkategorie wesentlich verbessert wurden. Entgegen anderer Initiativen werden hier auch systematisch soziale Hotspots identifiziert und angegangen.

Kooperation eingehen und Nachhaltigkeit umsetzen

Die Studie umreißt wichtige Herausforderungen und zeigt Ihnen, wo Sie bereits handeln können und welche kooperativen Initiativen dabei helfen, Ihre Wertschöpfungskette nachhaltig auszurichten.

Die wichtigsten Ansatzpunkte für Nachhaltigkeit sind:

  • Nachhaltigkeit zum Tagesgeschäft machen, um ökologische und soziale Ziele in den betrieblichen Alltag zu integrieren,
  • Daten standardisiert austauschen, damit auch Nachhaltigkeitsleistung zunehmend transparent wird,
  • Begriffe definieren und eine gemeinsame Sprache sprechen – auch für ein besseres Verständnis von relevanten Produktaussagen.