facebookfile-earmark-excelfile-earmark-pdffile-earmark-textfile-earmark-wordhamburgerinstagramlinkedinquotexingyoutube
Skip to main content
Eine junge Frau steht vor einem Supermarktregal und sieht ein Produkt an

Best Practice: Bilder sagen mehr als 1000 Worte

Interview mit Yvonne Hoeting von Mars

Bilder sagen mehr als 1000 Worte! Seit Februar 2023 sind Produktabbildungen im Global Data Synchronization Network (GDSN) für alle neuen Konsumenteneinheiten in den Warengruppen Food und Near-Food verpflichtend. Wir sprachen mit Yvonne Hoeting von Mars über die bisherigen Erfahrungen bei der Umsetzung des Bildstandards in der Praxis.

Welche Rolle spielt der Bildstandard bei Mars und was bewirkt er?

Yvonne Hoeting: Der Bildstandard ist für uns ein „GameChanger“, da der erreichte Konsens zwischen Herstellern und Händlern Automatisierung von der Quelle bis zum Empfänger und wesentliche interne Skalierbarkeit ermöglicht. Die Bereitstellung von Produktabbildungen erfolgt nun nicht mehr individuell auf Anfrage, sondern standardisiert 1:n.

Wir haben zudem die Grundlage genutzt, um mehrere unterschiedliche Anwendungsfälle bei der Bilderstellung zu konsolidieren, und damit entsprechend Prozesse und angebundene Systeme weitestgehend automatisiert, sodass das erforderliche Bildmaterial in diversen Funktionen und Downstream-Systemen synchronisiert abrufbar und medienneutral nutzbar ist. Anfragen von internen und externen Stakeholdern sind auf ein Minimum reduziert worden. Und wenn es mal „schneller“ gehen muss, haben wir aufgrund festgezurrter Prozesse sofort eine Lösung, da auch Upstream-Prozesse besser koordiniert werden können. Die harmonisierte Vorgehensweise wirkt sich damit sowohl in einer monetären als auch zeitlichen Effizienz über mehrere Funktionsbereiche im Unternehmen aus.

Was hat sich mit der Verpflichtung zur Bildbereitstellung operativ geändert?

Yvonne Hoeting: Aus Herstellersicht hört sich das Wort „Verpflichtung“ zunächst nicht sehr charmant an. Sie bedeutet definitiv eine Veränderung des Anwendungsfalles „Bild“. Wurden in der Vergangenheit nur Bilder für Handzettelnutzung oder Internetanwendungen für definierte Produkte ausgetauscht, erwirkt die Verpflichtung die Bildabdeckung über das komplette Portfolio und macht damit jedes Produkt online-fähig. Das schafft operative Flexibilität und Geschwindigkeit bei Absatzentscheidungen.

Die „technische“ Verpflichtung hilft tatsächlich auch, Lücken in der Bildbereitstellung zu identifizieren und die internen Prozesse zu optimieren. Wir haben den Bildprozess durchgängig betrachtet und entsprechend den Anforderungen an die Datenkommunikation und den nötigen Vorlaufzeiten adaptiert beziehungsweise vollständig integriert.

Der GS1 DQX Prüfprozess gibt uns die Bestätigung, dass unsere digitalen Produktdaten zu 100 Prozent mit dem Bildmaterial übereinstimmen und damit vertrauenswürdig sind, um vom Handel direkt in die Systeme übernommen werden zu können und unser Portfolio aktuell und vollständig darzustellen. Gleichzeitig erkennen wir durch die Zentralisierung auch Lücken auf der Empfängerseite und können im Dialog gemeinsam die Aktualisierung der Bilder sicherstellen. Ergo, operativ hat sich Zufriedenheit und Vertrauen eingestellt! Wir haben eine sehr gute Transparenz über die Datenqualität unseres Portfolios erlangt, weniger An- und Rückfragen und die Geschwindigkeit in Bezug auf Bildverfügbarkeiten ist gestiegen. Wir agieren, anstatt zu reagieren.

Wie wird sich die Bedeutung von Produktabbildungen zukünftig entwickeln?

Yvonne Hoeting: Der Online-Handel gehört mittlerweile zum Alltag, Verbraucherinnen und Verbraucher kaufen im Internet deutlich mehr Dinge des täglichen Bedarfs als früher. Damit steigt die Bedeutung und auch die Anzahl von Bildern. Das digitale Regal benötigt neben generellen Produktinformationen auch Bilder aus verschiedenen Perspektiven, um die unterschiedlichen Produktaspekte besser darzustellen, die Informationen durch Visualisierung schneller zu erfassen und die Kaufentscheidung zu erleichtern. 

Ebenso wird die Relevanz von Sekundärabbildungen steigen, denn sie fördern die Emotionalität beim Kauferlebnis. Damit sagen Bilder nicht nur mehr als 1000 Worte, sondern schaffen Vertrauen. Bilder können also helfen, die Unique Selling Proposition und die Emotional Selling Proposition zu verbinden. Den Standard umzusetzen, mag nach Verpflichtung klingen, aber eigentlich unterstützt er die Kür, Online-Shopping-Erlebnisse für das eigene Produkt zu kreieren.