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Bild Katrin Müller und Steffen Kujus, Rewe Group Buying

Ohne Bilder sieht der Kunde nichts!

Interview mit Katrin Müller & Steffen Kujus, Rewe Group Buying

Die Bereitstellung von Bildern über das Global Data Synchronisation Network (GDSN) im deutschen Zielmarkt ist bei einigen Warengruppen seit über zwei Jahren verpflichtend. Wir sprachen mit Katrin Müller und Steffen Kujus von der Rewe Group über die bisherigen Erkenntnisse zur Umsetzung des Bildstandards in der Praxis sowie Erfahrungswerte aus der Fachgruppe Media Assets von GS1 Germany.

1. Was hat sich mit der Verpflichtung zur Bildbereitstellung operativ geändert?

Katrin Müller: Mit der Verpflichtung zur Bildbereitstellung hat sich für die Rewe Group operativ vieles geändert. Intern profitieren wir von einer zentralisierten und standardisierten Daten-Bereitstellung über das GDSN, denn daraus resultieren für uns aktuelle und qualitativ hochwertige Artikelbilder.

Durch die verpflichtende Bereitstellung erhalten wir nun für jeden Artikel mindestens ein Produktbild, wir aktualisieren unsere Bestandsdaten und verbessern die Darstellung der Produkte über alle Kanäle hinweg. Die Echtzeit-Synchronisation über GDSN ermöglicht uns, Artikelbilder effizient und fristgerecht upzudaten, wir können also Aktualität gewährleisten.

Wir haben die Verarbeitung bereits in unsere operativen Prozesse integriert und fördern dadurch präzisere Kundeninformationen und ein besseres Kundenerlebnis. Die Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten haben wir intensiviert – wir unterstützen einander, um gemeinsam von den Vorteilen der Bildverpflichtung zu profitieren. Insgesamt würde ich sagen, verbessert die Verpflichtung, unser Stammdatenmanagement, die Lieferantenbeziehungen und zugleich das Kundenerlebnis der Vertriebsschienen der Rewe Group.

2. Welche Rolle spielt der Bildstandard bei der Rewe Group und was bewirkt er?

Katrin Müller: Der Bildstandard von GS1 spielt nicht nur für die Rewe Group eine entscheidende Rolle. Durch die definierten Bildanforderungen ist sichergestellt, dass einheitlich qualitativ hochwertige Artikelbilder bereitgestellt werden. Die entstehende Aktualität im gesamten Produktportfolio ist für unsere Kunden direkt sichtbar, stärkt dadurch das Vertrauen und unterstützt die Kaufentscheidung.

Der Bildstandard ermöglicht uns daneben eine automatisierte Verarbeitung und Integration der Artikelbilder, und wir reduzieren dadurch ganz klar Fehler und manuelle Nachbearbeitung. Zudem hat sich die Kommunikation mit unseren Lieferanten definitiv vereinfacht, da die Anforderungen im Bildstandard auf gemeinsamen Erwartungen und Vorstellungen basieren. Und insgesamt führt der Bildstandard zu einer besseren Qualität und Aktualität von Produktbildern, zu einer optimierten internen Weiterverarbeitung und zu einer verbesserten Informationsbereitstellung für unsere Kunden. Eine „Win-Win-Win-Situation“ sozusagen!

3. Wie wird sich die Bedeutung von Produktabbildungen zukünftig entwickeln?

Katrin Müller: Die Relevanz von Produktbildern ist heutzutage schon unumstritten. Wir sagen intern gerne „ohne Bilder sieht der Kunde nichts“ – und dem Trend lässt sich entnehmen, dass Produktbilder zukünftig auf jeden Fall noch wichtiger werden. Nicht zuletzt durch die Zunahme des Onlinehandels und die wachsenden E-Commerce-Aktivitäten sind die Kunden auf visuelle Informationen angewiesen, um Kaufentscheidungen treffen zu können.

4. Gibt es konkrete Beispiele zum Bildstandard in der Praxis?

Steffen Kujus: Wir haben bereits mehrere positive Beispiele – ein Vorreiter ist Mars, den ich gerne erwähnen möchte. Der Konzern stellt mehrere Tausend Artikel bei uns bereit und wir haben faktisch keinen manuellen Aufwand mehr bei der Pflege, Bereitstellung und Aktualisierung der Artikelbilder. So kann und sollte es immer funktionieren, ich würde das als Leuchtturm-Projekt bezeichnen.

Katrin Müller: Leider gibt es auch andere Beispiele, mit teilweise unzureichenden Bereitstellungen. Wenn wir nicht die definierte oder geforderte Qualität bekommen, dann versuchen wir zunächst, das Material eigenständig aufzubereiten. Das übernimmt in der Regel unsere Produktionsagentur, wodurch zusätzliche Aufwände und Kosten entstehen. Sollte das Artikelbild nicht annähernd die Qualitätserwartungen erfüllen, sprechen wir das im Vorfeld gegenüber dem Lieferanten deutlich an. Letztendlich ist es so, dass die Artikel ohne adäquates Produktbild nicht bei uns im Onlineshop abgebildet und beworben werden.

Steffen Kujus: Ein Platzhalter oder gänzlich kein Produktbild sind keine Option für uns. Gerade online kommt es stark auf visuelle Informationen an. Es muss im Interesse aller sein, fehlerhafte Bilder zu vermeiden und grundsätzlich Artikelbilder laut Anforderungen des Bildstandards bereitzuhalten. Wenn die Zeit nicht ausreicht oder die Kosten das nicht zulassen, dann verzichten wir auf die Bewerbung des Artikels. Und wir monitoren und wir tracken das, gar keine Frage. Für uns wäre es schon hilfreich, die „primären Bildtypen“ Frontal und Perspektive zu bekommen. Mehrere Bilder sind wünschenswert, doch reicht zumindest im ersten Schritt ein qualitativ hochwertiges Artikelbild samt Mindestanforderungen aus.

Katrin Müller: Ja, und die Betonung liegt auf der Qualität. Was bringen uns dutzende Bilder, wenn sie allen den Anforderungen nicht entsprechen? Oftmals haben wir das Gefühl, die Lieferanten wollen so viel Input wie möglich geben und vernachlässigen dabei leider die Qualität ihrer Bilder.

5. Welche Erfahrungen habt ihr bei der Umsetzung der Bildverpflichtung gesammelt?

Katrin Müller: Also, ich glaube, es gibt bei jedem Hersteller gewisse Herausforderungen. Wir haben oft erlebt, dass gleich mehrere Agenturen für die Artikelbilder zuständig sind – gleichbedeutend mit vielen Briefings zu den Qualitätsanforderungen, was zu Schwierigkeiten in der Abstimmung führt. Dadurch entstehen gewisse Abstufungen bei der Bilderqualität. Auch fehlt häufig das grundlegende Verständnis.

Steffen Kujus: Die Hersteller, die in der Fachgruppe Media Assets vertreten sind, forcieren das Thema Bildstandard intern und liefern dann entsprechend der Anwendungsempfehlung. Andere Hersteller sind da etwas zögerlicher. Vielleicht liegt das am fehlenden Background, oder die Anforderungen sind nicht hinlänglich bekannt. Wir sind jedenfalls überzeugt, dass das der richtige Weg und eine Investition in die Zukunft ist.