Ein Packaging-Relaunch wird zum Startpunkt für 2D-Codes und schafft neue Möglichkeiten für Consumer Engagement sowie eine Basis für künftige Datenanforderungen.
Sie muss im Regal überzeugen, an der Kasse funktionieren, rechtliche Vorgaben erfüllen, Nachhaltigkeitsaussagen belegen – und möglichst noch erklären, wie ein Fliegengitter montiert wird. Nur größer wird sie dafür nicht. Genau, es geht um die Produktverpackung.
Vor genau dieser Herausforderung stand tesa, internationaler Hersteller innovativer Klebebänder und selbstklebender Produktlösungen, beim Relaunch seiner Verpackungen für das breite Sortiment der Consumer-Produkte. Es reicht vom Klebestift und Powerstrips über Wandhaken bis zum Fliegengitter, entsprechend unterschiedlich fallen die Anforderungen an die Produktinformation aus. 2D-Codes mit GS1 Digital Link öffnen nun den Zugang zu digitalen Inhalten. Dabei sammelt der Markenhersteller Erfahrungen, die weit über die Verpackungsgestaltung hinausreichen.
Über 300 Produkte und Anwendungen für Büro, Haus und Garten stehen Verbraucher:innen mit dem tesa Sortiment zur Verfügung. Sie umfassen Lösungen zum Befestigen und Aufhängen, Renovieren und Reparieren, Abdichten und Isolieren, Insektenschutz sowie last but not least Klebefilme und Packbänder.
Über Jahre hinaus entwickelte sich das Packaging aus den Anforderungen der einzelnen Produktkategorien. Jetzt ging tesa den nächsten Schritt: Die Verantwortlichen schufen einen übergreifenden Rahmen, der die Sortimente optisch mehr zusammenführt und zugleich offen für künftige Produktgruppen bleibt. Die Kategorien behalten weiter ihre individuellen Besonderheiten. Denn ein Klebestift braucht weniger Erklärung als ein Fliegengitter oder eine Fensterdichtung.
Mit dem Relaunch kam der 2D-Code ins Spiel: als fester Bestandteil des neuen Konzepts und als erweiterter Zugang zu Informationen, für die auf der Verpackung selbst kein Platz ist.
Wir haben viele verschiedene Produkte und damit auch sehr unterschiedliche Informationsbedürfnisse. Der QR-Code mit GS1 Digital Link gibt uns die Möglichkeit, die Verpackung übersichtlich zu halten und trotzdem genau die Inhalte anzubieten, die für das jeweilige Produkt hilfreich sind.
Die Umstellung erfolgt schrittweise: Sobald die bisherigen Bestände abverkauft sind, kommen die Produkte im neuen Design mit QR-Code in die Regale. Die ersten Artikel mit der neuen Barcodegeneration waren ab September 2025 auf dem deutschen Markt erhältlich. Ein Jahr später waren bereits sieben der knapp 15 Kategorien umgestellt. Der Rollout dauert voraussichtlich bis 2028.
Der Hinweis „Scan Me“ kennzeichnet den QR-Code unmittelbar als digitales Angebot. Nach dem Scan mit der Handykamera führt er zunächst auf eine fokussierte, produktbezogene Einstiegsseite, die ohne Cookie-Consent auskommt. Dort stehen als Grundangebot die jeweilige Produktdetailseite, Service und Support sowie ein technisches Produktinformationsblatt zur Auswahl. Abhängig vom Sortiment ergänzen Videos, Montageanleitungen oder weitere Inhalte das digitale Informationspaket.
Bei einem Fliegengitter lässt sich so beispielsweise direkt im Markt ein Video zur Montage eines Aluminiumrahmens oder zum Magnetvorhang aufrufen, um einen Eindruck vom Produkt in der Anwendung für die Kaufentscheidung zu bekommen. Bei weniger erklärungsbedürftigen Artikeln fällt das Angebot entsprechend schlanker aus.
Seit dem Start des Relaunchs registrierte tesa in Deutschland bis Ende August 2026 rund 35.000 Scans. Besonders häufig wurden Montageanleitungen und unterstützende Videos für die Kategorie Insect Stop aufgerufen. Für Aulert ist das ein interessantes Nutzungssignal, denn viele Verbraucher:innen haben zu diesen Produkten mangels Vorerfahrung offene Fragen, die auf diesem Wege unkompliziert beantwortet werden können.
Dass derselbe Code dauerhaft funktioniert, auch wenn sich Inhalte dynamisch verändern, ist ein zentraler Vorteil von GS1 Digital Link. Der noch junge Standard verbindet die eindeutige Produktidentität mit digitalen Markenräumen. Über eine Resolver-Technologie führt der Code nicht starr auf eine einzige, dauerhaft festgelegte Seite. Stattdessen routet er situativ und kontextsensitiv zu den passenden Informationen im jeweiligen Nutzungsmoment – ob im Store oder zuhause oder unterwegs. Je nach Gerät, Zeitpunkt und Ort des Scans, werden die jeweils relevanten Inhalte zu der im Barcode hinterlegten Artikelnummer ausgespielt. Diese lassen sich aktualisieren oder erweitern, ohne den 2D-Code selbst anpassen zu müssen.
Für ein langlebiges Medium wie die Verpackung ist das ein enormer Vorteil, denn digitale Inhalte können sich deutlich schneller verändern. Selbst wenn tesa das Content-Management-System vollständig erneuern würde, könnte der produktbezogene Einstieg für Konsument:innen bestehen bleiben. Die technische Struktur im Hintergrund lässt sich problemlos weiterentwickeln, ohne dass die Verbindung auf der Verpackung neu aufgebaut werden muss.
„Das öffnet uns auch den nötigen Spielraum für nachhaltigkeitsrelevante und seitens der Regulatorik erforderliche Informationen“, so Aulert. Ökologische Aussagen auf Verpackungen müssen zunehmend konkret und quantifizierbar sein. So hat tesa im Zuge der Umstellung beispielsweise die Angaben zur tesafilm-Qualität aus recyceltem Kunststoff (PCR) überarbeitet. Und auch künftig kann die digitale Ebene zusätzliche Informationen aufnehmen, die sich etwa aus der EU-Verpackungsverordnung PPWR oder dem Digitalen Produktpass ergeben – für Konsument:innen ebenso wie für B2B-Kunden oder autorisierte Stellen. Welche Daten dafür erforderlich sind, richtet sich nach den konkreten regulatorischen Vorgaben.
2D-Code scannen, Informationen aufrufen: Für Konsument:innen ist der Weg denkbar kurz. Hinter diesem schnellen Zugang steht jedoch eine Aufgabe, die über das Bereitstellen des Codes hinausreicht.
Bei tesa ließ sich die Lösung – nicht zuletzt dank guter Vorbereitung – zügig in die bestehenden Abläufe integrieren.
Die Technik ist nicht die größte Hürde“, sagt Aulert. „Entscheidend ist, welche Daten und Inhalte wir bereitstellen, wer sie aktuell hält – und wie wir verständlich vermitteln, was der Code bietet.
Mit dem Aufdruck des 2D-Codes ist die Arbeit deshalb nicht abgeschlossen. Die verknüpften Informationen müssen über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg verlässlich zur Verfügung stehen. Aulert empfiehlt anderen Unternehmen, ihre Datenstrukturen frühzeitig zu prüfen, Verantwortlichkeiten festzulegen und die Pflege der Inhalte als laufenden Bestandteil der Produktkommunikation einzuplanen. So entsteht ein dauerhaft wertvolles Informationsangebot.
Im nächsten Schritt plant tesa, weitere erklärungsbedürftige und handwerksorientierte Sortimente in den Blick zu nehmen. Auch ein speziell für professionelle Anwender:innen vermarktetes Sortiment soll perspektivisch einbezogen werden. Dabei prüft das Unternehmen erneut, welche Informationen diese Zielgruppe insbesondere in ihrem Kontext benötigt.
Das Projekt wächst damit Kategorie für Kategorie. Statt eine starre Lösung auf jedes Produkt zu übertragen, wird der digitale Zugang entlang der Sortimente weiterentwickelt. Der Code auf der Verpackung bleibt klein; die Aufgabe dahinter reicht von Marketing und Produktentwicklung bis zur IT und Content Management.

Ich schätze die Konsequenz, mit der tesa diesen Weg geht und die gewonnenen Erfahrungen teilt. Das gibt der 2D Migration wertvolle Impulse und hilft auch anderen Unternehmen bei der eigenen Umsetzung.
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