Veröffentlicht am 25.09.2024
Bereits im Vorfeld der feierlichen Gala zur jährlichen Verleihung des ECR Award am Vorabend des „ ECR Tag “ von GS1 Germany musste die Jury ihre Entscheidungen treffen. Im Rahmen eines Live-Pitches in Köln wussten die drei Gewinnerteams in den unterschiedlichen Kategorien zu überzeugen. Sie setzten sich vor Vertreter:innen aus Industrie, Handel, Wissenschaft und Medien gegen jeweils zwei Wettbewerberteams durch. Ganz im Sinne des ECR-Gedankens galt es Kooperationen auszuwählen, die allesamt eine herausragende strategische Zusammenarbeit für bessere, schnellere und kostengünstigere Lösungen zur Erfüllung von Kundenbedürfnissen vorweisen. ECR Collaboration Excellence Award 2024 Altes Land, neue Wege und eine fruchtbare Partnerschaft. So lässt sich die erstmalige Einführung einer exklusiven Apfelsorte von ALDI Süd, der Züchtungsinitiative Niederelbe (ZIN) sowie der Hochschule Osnabrück und etwa 170 beteiligten Lieferant:innen und Erzeuger:innen am besten beschreiben. Das Alte Land beherbergt in der Elbmarsch das größte zusammenhängende Obstanbaugebiet Nordeuropas. Und dort begann vor vier Jahren eine strategische Zusammenarbeit auf Augenhöhe, die nun mit dem ECR Award in der Kategorie „Collaboration Excellence“ mündete. Für die durch ein Kunden-Voting bestimmte Premium-Marke „ALDIamo“ wurden unter anderem mehrere hunderttausend Bäume gepflanzt und gemeinsam sämtliche Ernte- und Verkaufsziele in einem ganzheitlichen Vermarktungskonzept mit garantierten Abnahmemengen festgelegt. Ein überregionales Mammut-Projekt, welches im Herbst 2023 mit der Einführung in den ALDI Süd Filialen durchstartete und die Jury insbesondere durch die Risikobereitschaft sowie wegweisende Art der Kooperation nachhaltig beeindruckte. ECR Innovation Excellence Award 2024 Tausende Produkte und Promotion auf unzähligen Kanälen prasseln täglich auf die Konsument:innen ein – häufig mit wenig ansprechenden, geschweige denn individuellen Botschaften. Doch „one size fits all“ funktioniert schon lange nicht mehr. Aus diesem Grund stellten sich Markant und Mondelēz International dieser Herausforderung und entwickelten einen Prototyp zur Generierung von kanal- und zielgruppenspezifischen Produktbeschreibungen mithilfe von generativer künstlicher Intelligenz . Für das Team, bestehend aus Spezialist:innen, Forscher:innen und IT-Expert:innen für Stammdaten, Marketing und E-Commerce, stand das Plus an Informationen zur Markenpositionierung samt unvergesslichem Einkaufserlebnis im Fokus. Der „Product Wizard“ verwendet für die Texte ausschließlich freigegebene Daten aus dem Datenpool , Abbildungen und Qualitätsattribute . Durch fortlaufende Trainings sowie regelmäßiger Bewertungen der KI-generierten Produktbeschreibungen entsteht ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess, von dem „der Mensch“ laut Jury langfristig profitiert. ECR Sustainability Excellence Award 2024 Herkömmliche Papp-Displays erzeugen einen immensen Aufwand bei Material, Transport, Lagerung, Bestückung und Entsorgung und sind demnach wenig nachhaltig. Deshalb machten es sich die Dirk Rossmann GmbH, Beiersdorf AG, Procter & Gamble Service GmbH und Unilever Deutschland GmbH zur Aufgabe, einen zukunftsweisenden Ansatz zu entwickeln. Herausgekommen ist ein innovatives, nachhaltiges und wiederverwendbares Permanent-Display . Dieses modulare Display lässt sich ideal in den Warenfluss integrieren und optimiert zugleich die Transportlogistik bei schonendem Ressourceneinsatz. Vor allem ein effizientes Nachschubkonzept mit vorgepackten Trays war der Kern des Gemeinschaftsprojektes. Für Rossmann passt die stabile Warenpräsentation im attraktiven Look and Feel perfekt ins Ladenkonzept – auch Lieferanten profitieren von den standardisierten Nachschubeinheiten. Der größte Gewinner ist jedoch der Klimaschutz; bis zu 75 Prozent der Transporte sowie 40 Prozent des Materialverbrauchs wurden reduziert. Laut Jury ein starkes Signal für mehr Nachhaltigkeit, konkrete Lösungen und vorbildliche ECR-Partnerschaften. ECR Award – Efficient Consumer Response ist Programm Mit dem ECR Award zeichnet GS1 Germany in Kooperation mit PwC und Strategy& alljährlich unternehmensübergreifende Kooperationsprojekte aus, in denen sich die Projektpartner:innen für die Prozessoptimierung innerhalb der Wertschöpfungsnetzwerke engagieren. Und zwar zugunsten einer höheren Zufriedenheit und Bedürfnisbefriedigung der Konsument:innen – also ganz im Sinne des ECR-Gedankens, in dessen unmittelbarem Fokus der Kundennutzen steht. Pressekontakt: GS1 Germany GmbH Stefan Schütz Corporate Communications Maarweg 133, 50825 Köln Telefon: 0221 94714-524 E-Mail: stefan.schuetz@gs1.de www.gs1.de/newsroom www.gs1.de/ueberuns
Veröffentlicht am 19.01.2023
Ob stationär oder online, die Qualität von Produktstammdaten ist für die Prozesse in den Liefernetzwerken bis hin zu den Konsument:innen elementar. Deshalb engagieren sich Expert:innen aus Industrie und Handel auf der Plattform von GS1 Germany und haben die Anforderungen zur Sicherung von Datenqualität definiert. Aufgrund der hohen Bedeutung des Themas wurde nun in den Gremien von GS1 Germany entschieden, dass die Validierung der Produktstammdatenqualität für den Datenaustausch im deutschen Zielmarkt ab dem 20. Mai 2023 verpflichtend wird – zunächst für Neuanlagen von Konsumenteneinheiten im Sortimentsbereich Food und Near-Food. Branchenlösung GS1 DQX von Industrie und Handel wird zum Must-have Schon lange sind ganzheitliche Lösungen gefordert. Nicht nur Endverbraucher:innen erwarten zunehmend umfangreichere und korrekte Informationen – in Echtzeit und genau da, wo sie gerade sind: im Laden selbst oder online. So stellen der wachsende E-Commerce und auch die Gesetzgebung wie die Lebensmittel-Informationsverordnung (LMIV) hohe Ansprüche an die Qualität von Produktstammdaten . Noch mehr Dynamik erhält das Thema durch eine stark ansteigende Produktvielfalt und die Digitalisierung von Prozessen und Geschäftsmodellen. „Automatisierte Geschäftsprozesse basieren auf der Richtigkeit von Daten“, so Christian Bodi, Geschäftsführer Ressort Logistik dm-drogerie markt GmbH + Co. KG. „Gleiches gilt für die Digitalisierung von Geschäftsmodellen. Deshalb sind Fehler heute auch nicht mehr tolerabel, wie es vielleicht vor zehn Jahren noch der Fall gewesen ist. Fehlerhafte Daten haben in beiden Fällen zur Folge, dass in höherem Maße manuell in Prozesse eingegriffen werden muss, das kann heute keiner mehr wollen.“ Um den Anforderungen des Markts nach einer notwendigen Erhöhung der Qualität von Produktstammdaten gerecht zu werden, haben die Gremien von GS1 Germany entschieden, die Qualitätssicherung mittels der Prüfvorgaben von GS1 DQX nicht mehr nur zu fordern, sondern diese ab dem 20. Mai 2023 auch verpflichtend einzuführen. So soll zukünftig die Datenqualität bezüglich Vollständigkeit, Richtigkeit und Konsistenz sichergestellt werden. „Wenn wir 100 Prozent korrekte Daten in den Markt liefern, profitieren wir in vielerlei Hinsicht“, äußert Mike Eberle, COO Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien GmbH, aus Sicht der Industrie. „Artikelpässe werden überflüssig, es schafft Vertrauen, das uns auch in anderen Geschäftsbereichen hilft, und es schützt vor regulatorischen Konsequenzen, wenn beispielsweise die Nährwerte im Datensatz nicht stimmen, stimmt auch die Nährwertampel nicht.“ Die Qualitätssicherung von Produktstammdaten betrifft alle Unternehmen und Dateneinsteller, die neue Konsumenteneinheiten im Sortimentsbereich Food und Near-Food über das Global Data Synchronisation Network (GDSN®) an den Handel im deutschen Zielmarkt liefern. Ausgenommen hiervon sind Eigenmarken sowie mengenvariable und unverpackte Produkte . Marktspezifische Anforderungen an hohe Datenqualität bei GS1 DQX im Fokus Zum Stichtag greift eine neue Validierungsregel im FMCG-Sektor (Fast Moving Consumer Goods), welche einen „Error“ für alle neuen sichtprüfungsrelevanten Konsumenteneinheiten erzeugt, die ab dem 20. Mai 2023 publiziert und nicht gemäß den gemeinsam definierten Vorgaben von GS1 DQX geprüft und besiegelt wurden. Das bedeutet in der Konsequenz, dass ein nicht nach den GS1 DQX Vorgaben geprüfter Datensatz auch nicht mehr an den Handel weitergeleitet wird. Für die Prüfung bietet GS1 Germany künftig zwei Möglichkeiten an: Zum einen können Dateneinsteller ihre Produktstammdaten durch den bereits am Markt etablierten Full Service GS1 DQX ComfortCheck prüfen lassen. Mit GS1 DQX SelfCheck können Dateneinsteller hingegen ihre Produktdaten nach den Vorgaben von GS1 DQX selbst prüfen, nachdem sie die hierfür notwendige Zertifizierung erhalten haben. „Ein klares Bekenntnis für mehr Datenqualität ist kein Selbstzweck. Die Anforderungen für erfolgreich gehandelte Produkte steigen zusehends, das geht nur mit einem hohen Maß an Datenqualität. Mit dem neuen Branchenstandard haben wir nun das Momentum, die Datenqualität im deutschen Zielmarkt FMCG signifikant zu verbessern. Es ist an der Zeit", so Stephan Heck, Lead Competence Center Data Quality bei GS1 Germany. Ab sofort finden Unternehmen umfangreiches Informationsmaterial wie Checklisten, Infografiken und FAQs auf den entsprechenden Websites. Darüber hinaus bietet GS1 Germany kostenlose Webinare zur Bereitstellung qualitätsgesicherter Produktstammdaten sowie exklusiv die Reihe " GS1 DQX Community Talk " an. Pressekontakt: GS1 Germany GmbH Stefan Schütz Corporate Communications Maarweg 133, 50825 Köln Telefon: 0221 94714-524 E-Mail: stefan.schuetz@gs1.de www.gs1.de/newsroom www.gs1.de/ueberuns
Veröffentlicht am 17.05.2016
Gestern war Stichtag: Alle Artikel bei Google, denen von ihrem Hersteller bereits eine GTIN zugewiesen wurde, müssen von Händlern auch mit dieser ausgewiesen werden. Passiert das nicht, kann Google die Produkte ablehnen und auch die Schaltung von Anzeigen zur Produktwerbung ist nicht mehr möglich. Immer mehr Online-Marktplätze und Suchmaschinen setzen auf die globale Artikelnummer GTIN – die Grundlage für den bekannten EAN-Barcode. Denn mit ihr lassen sich vielseitige Onlineangebote nutzerfreundlich strukturieren und eigene Prozesse effizienter gestalten. Nach Angaben von Matt Lawson, Director of Performance Ads Marketing bei Google, gewährleistet die globale Artikelnummer bessere Produktdaten im System. Das führt dazu, dass ein gesuchter Artikel vom User leichter gefunden werden kann. Deswegen, so Lawson, könne die GTIN-Nutzung am Ende nicht nur die Anzeige von Produkten um bis zu 20 Prozent steigern, sondern auch dazu führen, dass diese um bis zu 40 Prozent öfter angeklickt würden. Für den Händler bedeutet das am Ende Umsatzsteigerung. „Wir empfehlen allen Herstellern und Onlinehändlern, ihre Produkte mit korrekten GTIN auszuzeichnen“, sagt Frank Metz, Leiter E-Commerce bei GS1 Germany. „Denn am Ende stehen nicht nur reibungslose Prozesse und mehr Umsatz, sondern auch zufriedene Verbraucher.“ Über die globale Artikelnummer GTIN: Die Global Trade Item Number (GTIN), ehemals EAN bzw. UPC, ist wie ein Fingerabdruck für Produkte und Unternehmen im nationalen und internationalen Geschäftsverkehr. Denn sie identifiziert Artikel, Dienstleistungen und Unternehmen weltweit eindeutig und überschneidungsfrei – zum Beispiel in Produktkatalogen, an der Scannerkasse oder im Wareneingang. Die GTIN-Vergabe wird von GS1 mit seinen über 110 Länderorganisationen koordiniert. In Deutschland ist GS1 Germany offizieller Anbieter für GS1 Basisnummern – die Voraussetzung für die Bildung der weltweit eindeutigen und überschneidungsfreien globalen Artikelnummer GTIN. Abbildung: Die globale Artikelnummer GTIN ist Grundlage des EAN-Barcodes (Bildquelle: GS1 Germany) Pressekontakt: GS1 Germany GmbH Verena Bankamp Pressereferentin Maarweg 133, 50825 Köln Tel: 0221 94714-526, Fax: 0221 94714-7526 E-Mail: bankamp@gs1-germany.de
Veröffentlicht am 12.12.2011
Als neues Mitglied des Vereins LogistikRuhr unterstützt und gestaltet GS1 Germany die Initiative und das EffizienzCluster LogistikRuhr mit. Es geht darum, die Logistik an die modernen Herausforderungen von morgen anzupassen: also die Versorgung urbaner Systeme zu sichern, dabei Ressourcen zu schonen und individuellen Verbraucherwünschen gerecht zu werden. Dazu vernetzt der Kölner Dienstleister, bekannt durch seine Standards rund um den Barcode, seine Kompetenz mit anderen Logistikexperten. Die GS1-Standards werden weltweit von Unternehmen der gesamten Wertschöpfungskette genutzt – zum Beispiel für die eindeutige, automatische Identifikation der Waren auf ihrem Weg vom Hersteller bis zum Endverbraucher sowie von Unternehmen und Anlieferstellen ebenso wie für den elektronischen Austausch von Nachrichten wie Bestellungen, Lieferavisen oder Rechnungen. Innerhalb des EffizienzClusters spielen die GS1-Standards im Verbundprojekt Urban Retail Logistics eine zentrale Rolle. Hier geht es insbesondere um die Weiterentwicklung der Feindistribution im Ballungsraum Ruhrgebiet. Dazu arbeiten die Partner des Verbundprojekts an der Entwicklung eines Urban Hub, der als zentraler Bündelungspunkt dient und die hoch individualisierte Warenverteilung in die städtischen Subzentren regelt. Gesteuert wird diese logistische Präzisionsarbeit von dem Urban Information System. GS1 Germany konzipiert dieses komplexe System gemeinsam mit Capgemini. Einen Schwerpunkt bilden dabei die Sendungsverfolgung und die Rückverfolgbarkeit auf der Basis zukunftsorientierter Kommunikationsstandards und -mittel. Dazu soll das Urban Information System die GS1-Standards für die automatische Identifikation der Waren, für das Routing der warenbegleitenden Logistikinformationen und für den Elektronischen Datenaustausch nutzen. GS1 Germany hilft Unternehmen aller Branchen dabei, moderne Kommunikations- und Prozess-Standards in der Praxis anzuwenden und damit die Effizienz ihrer Geschäftsabläufe zu verbessern. Unter anderem ist das Unternehmen in Deutschland für das weltweit überschneidungsfreie GS1-Artikelnummernsystem zuständig – die Grundlage des Barcodes. Darüber hinaus fördert GS1 Germany die Anwendung neuer Technologien zur vollautomatischen Identifikation von Objekten (EPC/RFID) und bietet Lösungen für mehr Kundenorientierung (ECR – Efficient Consumer Response). Das privatwirtschaftlich organisierte Unternehmen mit Sitz in Köln gehört zum internationalen Netzwerk „Global Standards One“ (GS1) und ist eine der größten von mehr als 100 GS1-Länderorganisationen. Paritätische Gesellschafter von GS1 Germany sind der Markenverband und das EHI Retail Institute. Pressekontakt: GS1 Germany GmbH Michaela Freynhagen Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Marketing und Kommunikation Maarweg 133, 50825 Köln Tel.: 0221 94714-534 Fax: 0221 94714-591 E-Mail: freynhagen@gs1-germany.de
Veröffentlicht am 12.03.2025
Glasverpackungen gelten als eine der kreislauffähigsten Verpackungslösungen. „Glas lässt sich nahezu unendlich oft einschmelzen und wiederverwenden, ohne dass das Material an Qualität verliert. Zudem benötigt die Wiederverwertung von Altglas deutlich weniger Energie als die Herstellung neuen Glases“, weiß Lisa Marie Ruffert, Circular Consultant, BellandVision. In Deutschland werden laut Umweltbundesamt , kurz UBA, etwa 85 Prozent des Verpackungsglases recycelt. Trotzdem landen, nach Angaben des UBA, durchschnittlich rund sechs Prozent der Glasmenge im Restmüll und gehen somit dem Recyclingprozess verloren. Auch können Sortieranlagen kleine Scherben, mit einer Größe von unter einem Zentimeter, oft nicht zuverlässig erfassen sowie opak beschichtete oder mit Etiketten beklebte Glasstücke nicht korrekt aussortieren. Das Forum Rezyklat hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, das Recycling von Glasverpackungen voranzutreiben und dazu Handlungsempfehlungen entwickelt. Sie beziehen sich auf das Design for Recycling und sind damit für Unternehmen gedacht, die Verpackungen entwickeln und die sie auf den Markt bringen. Die Empfehlungen stehen ab sofort als Fachpublikation in deutscher und englischer Sprache kostenfrei hier zur Verfügung: www.forum-rezyklat.de . Analyse des Glasrecyclings: Technologien auf hohem Niveau Im Forum Rezyklat untersuchte die Arbeitsgruppe „Evaluation Verwertungstechnik“ intensiv die Herausforderungen im Glasrecycling. Das Ziel war es, bestehende Technologien zu analysieren, Potenziale zu identifizieren und Rückschlüsse in Form von Handlungsempfehlungen zur recyclingfreundlichen Verpackungsgestaltung zu ziehen. „Die eingesetzten sensorbasierten Sortiertechnologien in der Glasaufbereitung sind bereits auf einem sehr hohen Niveau. Der Schwerpunkt zukünftiger Verbesserungen sollte daher zusätzlich auf dem ‚Design for Recycling‘ liegen, um die Recyclingfähigkeit von Glasverpackungen weiter zu steigern und Materialverluste zu minimieren“, erklärt Benedikt Heitmann, Geschäftsführer, Reiling Glas Recycling. Empfehlungen zur Steigerung der Recyclingfähigkeit in Kürze Die folgenden von den Expert:innen während der Analyse gewonnenen Erkenntnisse und die daraus abgeleiteten Empfehlungen sind im Einklang mit den Kriterien des Mindeststandard zur Bemessung der Recyclingfähigkeit der Zentralen Stelle Verpackungsregister (ZSVR): Vermeidung von Bleiglas: Die in Bleiglas enthaltenen Schwermetalle beeinträchtigen die Qualität des recycelten Glases und führen zu unerwünschten Farbveränderungen. Einsatz transparenter Verpackungen: Opakes und sehr dunkles Glas wird oft nicht als Glas identifiziert und somit fälschlicherweise in die Restfraktion sortiert. Opakes Glas lässt kaum Licht durch, daher wird es als Störstoff erkannt und nicht recycelt. Einfaches Ablösen von Etiketten: Papieretiketten mit wasserlöslichem Klebstoff sind unproblematisch, da sie sich durch Feuchtigkeit leicht ablösen lassen. Kunststoffetiketten in Kombination mit einem wasserunlöslichen Klebstoff sind herausfordernd, da sie sich kaum bis gar nicht vom Glas entfernen lassen. Die mit hydrophoben Etiketten behafteten Glasscherben werden daher als Störstoff erkannt. Darüber hinaus entstanden folgende konkrete Empfehlungen, die über den Mindeststandard der ZSVR hinausgehen: Abrasive ablösbare Etiketten: Alternativ zu den oben genannten durch Feuchtigkeit nicht entfernbaren Kunststoffetiketten können „abrasiv“ ablösbare Etiketten eingesetzt werden. Bodenverschlossene Sleeves vermeiden: Sleeves sollten ohne Bodeneinschluss gestaltet sein, sodass Glasscherben während des Zerkleinerungsprozesses herausfallen können. Standardisierung auf Weiß-, Grün- und Braunglas: Diese Farben können in den Recyclinganlagen zuverlässig getrennt und wiederverwendet werden. Metallverschlüsse bevorzugen: Metallverschlüsse aus Aluminium oder Eisenmetall können getrennt und separat recycelt werden. Recyclingfähigkeit von Glasverpackungen: Pressebild 1 Recyclingfähigkeit von Glasverpackungen: Pressebild 2 BU: Die Wiederverwertung von Altglas benötigt deutlich weniger Energie als die Herstellung von neuem Glas (Quelle: Veolia Holding Deutschland GmbH). Über das Forum Rezyklat Das Forum Rezyklat wurde 2018 von dm-drogerie markt initiiert und versteht sich als agiles Bündnis. Mehr als 70 Mitglieder bestehend aus Händlern, Produkt- und Verpackungsherstellern, dualen Systemen, Entsorgungs- und Recyclingunternehmen sowie Vertreter:innen der Wissenschaft und Politik, bilden die gesamte Wertschöpfungskette entlang der Kreislaufwirtschaft ab. Gemeinsam arbeiten sie im Forum Rezyklat an praxis- und verbrauchernahen Strategien und Maßnahmen. Sie wollen das Bewusstsein der Menschen für Kreislaufwirtschaft fördern, um eine sortenreine Trennung der Wertstoffe zu erzielen. Dadurch können die Qualität von Recyclingmaterialien sowie der Recyclinganteil in Verpackungen erhöht werden. Des Weiteren strebt das Forum an, Verpackungen zu optimieren und schon im Entstehungsprozess neuer Verpackungen darauf zu achten, dass diese recyclingfähig sind, damit sie als Ressource dem Kreislauf erhalten bleiben. Um diese Ziele zu erreichen, engagieren sich die Mitglieder des Forum Rezyklat in Fachpaketen, die sich mit folgenden Themen befassen: Stammdatenmanagement, Technologie und Recyclingfähigkeit, Endverbraucher-Kommunikation und Verpackungsreduzierung. www.forum-rezyklat.de Pressekontakt GS1 Germany GmbH Michaela Freynhagen Manager Corporate Communications Stolberger Straße 108 a, 50933 Köln Tel: 0221 94714-534 E-Mail: presse@forum-rezyklat.de
Veröffentlicht am 15.05.2014
In Berlin tagen rund 300 Entscheidungsträger aus Vorstands- und Geschäftsführerebene der Konsumgüterindustrie. Anlass ist das jährliche Treffen der GS1-Geschäftsführer aus 110 Ländern mit den Vertretern der FMCG-Branche. Im Fokus stehen unter anderem diese Fragen: Wie lässt sich Pferdefleisch in Lasagne in einer zunehmend globalen Wirtschaft zurückverfolgen? Wie kann der Konsument bei der Online-Bestellung von Lebensmitteln gesetzeskonform bedient werden? Welche Hebel stärken das Verbrauchervertrauen und führen die Branche in eine global gesicherte Zukunft? An diesen Tagen nehmen Unternehmen wie Walmart, Carrefour, Kroger, Tesco, Procter & Gamble, Nestlé, Mondelez, Henkel und Johnson & Johnson teil, um wegweisende Entscheidungen zu treffen. Im Rahmen des Programms der Vollversammlung widmen sich außerdem hochkarätige Referenten wie Harry Brouwer (Unilever), Michael Kliger (eBay), Christian Bubenheim (Amazon), Ranga Yogeshwar und Klaus Töpfer Themen wie sozialem Wandel, Nachhaltigkeit und Technologisierung, aber auch konkreten Fragen nach dem Shopper von morgen. Die Organisation GS1, die sich weltweit für Antworten und Lösungen zu diesen wirtschaftlich hoch relevanten Fragestellungen einsetzt, ist bereits ein langjähriger Begleiter der Branche: So startete der EAN-Barcode vor 40 Jahren als erster GS1 Standard, um Produkte weltweit an Supermarktkassen identifizieren zu können. Heute haben sich GS1 Standards als Basis für funktionierende globale Wertschöpfungsketten etabliert. Eine logische Folge daraus ist, dass Themen wie Lebensmittelsicherheit und Rückverfolgbarkeit ganz oben auf der Agenda des Gastgebers stehen. Letztendlich ist man sich einig, dass diese drängenden Anforderungen nur mit GS1 Standards zur überschneidungsfreien, lückenlosen Identifikation von Waren umsetzbar sind. Alljährlich bietet die Vollversammlung von 110 GS1 Organisationen sowie Industrie und Handel Raum für Fachdiskussionen und einen strategischen Ausblick auf die kommenden Jahre. Pressebild: Kundin an Fleischtheke im Supermarkt (Bildquelle: Minerva Studio/fotolia.com) Pressekontakt: GS1 Germany GmbH Sandra Wagner Stv. Bereichsleitung Marketing + Kommunikation Maarweg 133, 50825 Köln Tel: 0221 94714-543, Fax: 0221 94714-7543 E-Mail: wagner@gs1-germany.de Besuchen Sie GS1 Germany auf facebook , twitter und XING . Diskussion und Networking rund um Efficient Consumer Response (ECR) in der XING-Community
Veröffentlicht am 26.03.2013
Die Sicherheit der Patienten hat Priorität – das gilt für alle Bereiche des Gesundheitswesens. Doch wie lassen sich Behandlungsfehler vermeiden, Produktfälschungen eindämmen und zugleich die Prozesseffizienz verbessern? Ein zentraler Ansatzpunkt ist die lückenlose Identifikation von Medizinprodukten und Arzneimitteln vom Hersteller über den Großhandel bis zur Klinik oder Apotheke. Mit dem Vorschlag der Europäischen Kommission für die neue EU-Medizinprodukte-Verordnung ist auch die Entscheidung für ein weltweites System zur Identifikation von Medizinprodukten gefallen: Die Unique Device Identification – kurz UDI – basiert auf einer globalen Produktidentifikation, etwa der Artikelnummer GTIN. Als Datenträger stehen der GS1-128-Strichcode oder der zweidimensionale GS1 DataMatrix zur Verfügung. In dem Training „Einführung in die GS1 Standards im Gesundheitswesen“ am 16. April 2013 finden Krankenhausmitarbeiter aus dem Bereich Materialwirtschaft sowie Hersteller von Medizinprodukten und Pharmazeutika konkrete Antworten auf Fragen zur Umsetzung und Anwendung der GS1 Standards im Gesundheitswesen – auch im Hinblick auf das Identifikationssystem UDI. Das Training findet auch am 5. November 2013 statt. Für Pharmaunternehmen, die ihr Wissen über den GS1 DataMatrix auffrischen, vertiefen oder den 2D-Code in der Praxis einführen wollen, wurde das Training „GS1 DataMatrix: eindeutig und fälschungssicher“ konzipiert. Am 17. April 2013 erwerben die Teilnehmer das notwendige Know-how, um die Kennzeichnung ihrer Produkte effizient und fehlerfrei umsetzen zu können. Auch die standardisierte elektronische Kommunikation kann zu mehr Sicherheit und Effizienz im Gesundheitswesen beitragen – vorausgesetzt die Qualität der Produktstammdaten stimmt. Im Fokus des ebenfalls am 17. April 2013 stattfin-denden Workshops „Neue Wege für den Produktstammdatenaustausch“ steht die Umsetzung der Anwendungsempfehlung zum Produktstammdatenaus-tausch im Gesundheitswesen. Die Teilnehmer erfahren unter anderem, wo In-formationen aus dem eigenen System in GS1 XML abgebildet werden, welche Informationen übermittelt werden müssen und wie sie auf externe Informati-onsquellen referenzieren. Der Workshop wird zusätzlich am 6. November 2013 angeboten. Mehr Effizienz und Wirtschaftlichkeit können Apotheken erzielen, wenn sie ihr Sortiment gezielt auf die Wünsche ihrer Kunden ausrichten. Das Training „Category Management Basics für das Apothekensortiment“ vermittelt am 5. und 6. Juni 2013 die Grundlagen, um zukünftig Kategorie-Potenziale beurteilen und mit erfahrenen Category Managern neue Lösungen entwickeln zu können. Der Fokus des Trainings liegt auf den Besonderheiten des Sortiments und der Platzierung im Apothekenkanal. Übungen ergänzen die Theorie und sollen den Teilnehmern helfen, das Gelernte zukünftig in der Praxis anzuwenden. Pressekontakt: GS1 Germany GmbH Michaela Freynhagen Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Marketing + Kommunikation Maarweg 133, 50825 Köln Tel: 0221 94714-534, Fax: 0221 94714-565 E-Mail: freynhagen@gs1-germany.de facebook: http://www.facebook.com/GS1.Germany, twitter: http://twitter.com/gs1germany, XING: www.xing.com/companies/gs1germanygmbh
Veröffentlicht am 06.03.2017
Brauereien, Handel sowie Getränkefachgroßhandel einigten sich jetzt auf den Umgang mit der Flaschenvielfalt. Die Branche legt ein Positionspapier vor, mit dem die Prozesse zwischen allen Beteiligten kooperativ und fair verbessert und das Mehrwegsystems gestärkt werden soll. Als zentrale Punkte wurden die Verantwortlichkeiten bei der Rücknahme eindeutig definiert und die Typisierung eines Leergut-Ersatzgebindes beschlossen. Unterstützt wird das von GS1 Germany veröffentlichte Positionspapier auf Seiten der Brauereien von Anheuser Busch Inbev, Bitburger, Carlsberg, Krombacher, Radeberger, Veltins und Warsteiner. Auf Handelsseite tragen A. Kempf Getränkegroßhandel, Edeka, Kaufland sowie Rewe die Entscheidung mit. Der Getränkefachgroßhandel war vertreten durch den Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels, Gekopa, Getränke Essmann, Nordmann, Trinks sowie Winkels Getränke Logistik. Die Vertreter aus Industrie und Handel arbeiteten seit Januar 2015 an Vorschlägen für die Zukunft des Mehrwegpools. „Das Positionspapier ist ein Meilenstein für die Getränkebranche in puncto Umgang mit Mehrweggebinden“, erklärt Thomas Niebur, Leiter Competence Center Supply Chain Management bei GS1 Germany. „Unser gemeinsames Ziel war es, die Material- und Informationsflüsse für das Mehrwegsystem von Bier und alkoholfreien Getränken weniger komplex zu gestalten“, so Niebur weiter. Auch die Einführung einer einheitlichen, braunen 0,5-Liter-Flasche sei intensiv diskutiert worden. Da jedoch nicht alle Teilnehmer zum aktuellen Zeitpunkt eine Umsetzung realisieren können, wurde hiervon vorerst Abstand genommen. „Gerade weil die Entscheidung gegen eine Neuetablierung einer Poolflasche im Markt getroffen wurde, war es umso dringender erforderlich, den Schwerpunkt auf die Organisation der Leergutsortierungs- und Rückführungsprozesse zu legen“, ist Rolf Lange, Leiter Unternehmenskommunikation der Edeka AG, überzeugt. Einzelhandel und Brauereien haben sich mit Beteiligung des Getränkefachgroßhandels daher auf elf Punkte verständigt, die sowohl den Anforderungen des Handels als auch der Brauereien gerecht werden. Industrie für Rücknahme alter Poolflaschen verantwortlich Inhaltlich geht es hauptsächlich um die Leergut-Sortierung in der Kette und den Umgang mit Leergut-Überhang. So erklären sich die Brauereien dafür verantwortlich, im Umlauf befindliche Pool-Flaschen nachweislich zurück zu nehmen, wenn Individualflaschen eingeführt werden. Die Rücknahme wird gegenüber GS1 Germany nach etwa 18 Monaten nachgewiesen. Auch die Prozess- und Kostenverantwortung für die Tiefensortierung des Leerguts liegt bei den Herstellern. Der Lebensmitteleinzelhandel erklärt sich im Gegenzug dafür verantwortlich, keine Flaschen zurückzuführen, die nicht dem deutschen Mehrwegsystem entstammen. Leergut-Ersatzgebinde wird typisiert Darüber hinaus wurden auch Positionen formuliert, deren Ziel effiziente logistische Prozesse sind. Unter anderem soll auch bei künftigen Ladungsträgern stets gewährleistet sein, dass Gebinde modular und stapelbar bleiben. Eine weitere wichtige Entscheidung der Initiative Getränke-Mehrweg ist die Typisierung eines standardisierten Leergut-Ersatzgebindes durch GS1 Germany. Es soll der Rückführung von überzähligen leeren Flaschen vom Handel an die Hersteller dienen. Das System soll außerdem die Möglichkeit bieten, ohne Umweg über einen Dienstleister direkt an die Industrie zurückzuliefern oder Multipacks in einem neutralen Kasten an den Handel zu liefern. Ein Standard-Leergut-Ersatzgebinde wird für alle gängigen Flaschentypen (0,5 und 0,33 Liter) voraussichtlich schon bis Ende März 2017 in einer Typbeschreibung definiert. Das vollständige Positionspapier steht zum kostenlosen Download bereit. Pressebild: Vielfalt Getränke-Mehrweg - Branche einig über Rücknahme und Leergut-Handling (Quelle: Edeka) Pressekontakt: Steffi Kroll Pressereferentin Marketing + Kommunikation GS1 Germany GmbH Maarweg 133 50825 Köln T +49 (0)221 94714 437 F +49 (0)221 94714 7437 E kroll@gs1-germany.de
Veröffentlicht am 06.12.2021
Weg von der linearen hin zur zirkulären Wirtschaft: Wie kann es gelingen, Produkte, etwa Tablets und Lampen, bereits bei ihrer Entwicklung so auszurichten, dass sie möglichst langlebig, energieeffizient, wiederverwendbar und recyclingfähig sind? Und wie lässt sich auch der Konsum von Fleisch und Gemüse nachhaltig gestalten? Hieran forschten im Rahmen des internationalen Innovationsprojekts „Circ4life“, das durch das H2020-Programm der Europäischen Kommission für Kreislaufwirtschaft unterstützt wird, über 3 Jahre lang 17 Partnern aus 8 EU-Ländern, darunter GS1 Germany. Ziel ist es, durch unternehmensübergreifende Zusammenarbeit und standardisierten Datentransfer Ressourceneffizienz in unterschiedlichen Branchen herbeizuführen. Dazu entwickelten sie Ansätze in der Kreislaufwirtschaft für nachhaltige Produkte und Dienstleistungen. Entsprechende Lösungen sollen über die Wertschöpfungs- und Lieferketten der Produkte und Dienstleistungen hinweg umsetzbar sein. Die Expert:innen entwickelten dazu in dem Forschungsprojekt drei verschiedene Business-Modelle und entwarfen ein Brokerage System für Roh-, Zwischen- und Abfallprodukte. Neu ist auch, dass jetzt Daten während des Lebenszyklus von Produkten auf der Basis von Ereignissen, wie zum Beispiel Auslieferung, Betrieb und Instandsetzung, in standardisierter Form erfasst und ausgetauscht werden können. Diese Lösung basiert auf dem GS1 Schnittstellenstandard EPCIS (Electronic Produkt Code Information Servicesystem). Die Projektergebnisse zahlen unter anderem auf die Sustainable Development Goals, kurz SDGs, der Vereinten Nationen ein und sollen in weitere Lösungen, Tools und Folgeprojekte einfließen, um etwa die Umweltauswirkungen von Produkten messbar zu machen und Produkte entsprechend kennzeichnen zu können. Die gewonnenen Erkenntnisse lässt GS1 Germany darüber hinaus in die internationale Entwicklung von GS1 Standards einfließen. Geschäftsmodelle nehmen Verbraucher:innen in den Fokus Die im Verlauf von Circ4Life erarbeiteten Modelle fokussieren ein nachhaltigeres, ressourcenschonendes Produktdesign und entsprechende Services von LED-Lampen, den nachhaltigeren Konsum von Fleisch und Gemüse sowie die Weiter- und Wiederverwertung von Tablets. Dank Co-Creation wird das Feedback von Interessengruppen in die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen von Anfang an einbezogen. Die Präferenzen und Bedürfnisse von Verbraucher:innen stehen dabei im Fokus und beeinflussen zum Beispiel das Produktdesign. Das Geschäftsmodell zur Förderung des nachhaltigen Konsums befähigt Kund:innen, Produkte bezogen auf ihre Umweltauswirkung zu vergleichen und zu bewerten. Die Basis dafür ist vollständige Datentransparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette. So können Konsument:innen eine nachhaltigere Entscheidung, zum Beispiel beim Einkaufen, treffen. Das kollaborative Modell für Recycling oder Wiederverwendung basiert auf einem benutzerfreundlichen Sammelsystem für gebrauchte Tablets und stellt die Bürger:innen in den Mittelpunkt. Sie werden für das Sortieren von Abfällen und das Recycling wiederverwendbarer oder reparierbarer Gegenstände belohnt. Die eingesammelten Altgeräte werden entsprechend ihres Qualitätszustandes bewertet. So wird entweder der Lebenszyklus des Tablets durch eine Reparatur verlängert oder aber verbrauchte Materialien als Rohstoffe genutzt. Übriggebliebene Roh- und Zwischenprodukte verkaufen statt wegwerfen Warum wegwerfen, was andere noch gebrauchen können: Diesen Ansatz verfolgt das in Circ4life entstandene Konzept eines Brokerage-Systems. Auf dieser offenen Onlineplattform könnten Unternehmen verfügbare Roh-, Zwischen- und Abfallprodukte handeln. Diese Waren würden andernfalls auf Abfalldeponien landen. Anbieter:innen und Käufer:innen finden dabei durch übereinstimmende Profile zueinander. „Vernetzte Lieferketten setzen die Maßstäbe zur kreislaufmäßigen Wertschöpfung, der Wirtschaftsform der Zukunft. Die in Circ4Life entwickelten Lösungen sind getestet und akzeptiert, global einsetzbar, kostengünstig und auch für kleine und mittelständische Unternehmen geeignet“, erklärt Tim Bartram, Senior Manager Collaborative Research Projects bei GS1 Germany. Dieses Projekt wurde mit Mitteln des EU-Programms Horizont 2020 unter der Finanzhilfevereinbarung Nr. 776503 gefördert. Pressebild: Forschungsprojekt Circ4Life entwickelte Geschäftsmodelle für kreislauffähige Produkte und nachhaltigen Konsum Weitere Informationen zu Circ4Life: www.circ4life.eu Pressekontakt: GS1 Germany GmbH Michaela Freynhagen Corporate Communications Maarweg 133, 50825 Köln Tel: 0221 94714-534 E-Mail: michaela.freynhagen@gs1.de
Veröffentlicht am 12.06.2025
Der EU Green Deal setzt neue Maßstäbe für eine nachhaltigere Wirtschaft und stellt Unternehmen vor die Herausforderung, die regulatorischen Anforderungen effizient umzusetzen. Mit dem Programm Data for Sustainability unterstützt GS1 Germany Unternehmen dabei, praxisnahe Lösungen für eine einheitliche und transparente Datennutzung zu entwickeln. Die ersten Publikationen aus dem Programm sind nun kostenfrei zum Download verfügbar und widmen sich der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und der EU Deforestation Regulation (EUDR). Sie sind in Zusammenarbeit mit über 40 Unternehmen aus Industrie und Handel entstanden. Nachhaltigkeitsberichterstattung effizient gestalten – Europäisches Whitepaper zur CSRD Die CSRD wird Firmen ab einer bestimmten Größe zukünftig verpflichten, einen detaillierten Bericht zu Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekten (ESG) zu erstellen. Das CSRD-Whitepaper bietet einen Überblick über die Anforderungen der Nachhaltigkeitsberichterstattung und zeigt, wie GS1 Standards eine einheitliche Sprache für den Datenaustausch schaffen. Dadurch können Unternehmen die Zusammenarbeit mit Partnern optimieren und die Transparenz in der Wertschöpfungskette erhöhen. „Ohne Digitalisierung und der dafür unerlässlichen Standardisierung, sind die Anforderungen des Green Deals an die Unternehmen kaum erfüllbar. Diese Tatsache muss uns gemeinsam motivieren, Standards weiterzuentwickeln und ein gleiches Verständnis der Anforderungen zu erlangen“, sagt Reiner Sailer, Lead Service Owner Supply Chain Services bei Markant. Dieses gemeinsame Verständnis floss in die Definition von 15 relevanten Datenpunkten auf Basis der European Sustainability Reporting Standards (ESRS) ein. Sie bilden den Grundstein für die Entwicklung eines standardisierten Datenaustauschs mit Bezug zu Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz. Hier finden Sie das CSRD-Whitepaper EU Deforestation Regulation – Praktische Hilfestellungen für Unternehmen Die EUDR verlangt eine detaillierte Dokumentation der Lieferketten, um sicherzustellen, dass betroffene Rohstoffe und Produkte nicht aus kürzlich abgeholzten Gebieten stammen. Für die Umsetzung der Verordnung hat das Programm Data for Sustainability einen EUDR Best Practice Standard entwickelt, welcher Unternehmen dabei unterstützt, ihre EUDR-Sorgfaltspflichten einzuhalten. Dieser umfasst ein standardisiertes Fragebogenmodell und eine Anwendungsempfehlung für den unternehmensübergreifenden Datenaustausch in der Lieferkette. Das EUDR-Fragebogenmodell stellt ein einheitliches Werkzeug zur Sammlung von Informationen für die Konformitätsprüfung von Lieferanten dar, um potenzielle Risiken frühzeitig zu identifizieren. Durch die Einbindung relevanter Stakeholder in die Entwicklung ist der Fragebogen praxisnah und an den Bedürfnissen der Unternehmen ausgerichtet. „Unternehmen, die von der EUDR betroffen sind, möchten ihrer Sorgfaltspflicht so gut und effizient wie möglich nachkommen. Sie profitieren von einem hohen Automatisierungsgrad bei der Datenauswertung. Das EUDR-Fragebogenmodell unterstützt dabei, die Informationen effizient und standardisiert zu erfassen und so die Akzeptanz bei Lieferanten zu erhöhen. Daher erachten wir die im GS1 Programm Data for Sustainability geleistete Zusammenarbeit als essenziell, um den Aufwand für Unternehmen so gering wie möglich zu halten,” erklärt Christine Alfken, Projektmanagerin Nachhaltigkeit Ware bei der Rewe Group. Der standardisierte EUDR-Fragebogen befindet sich aktuell noch im Freigabeprozess und wird in Kürze Unternehmen und Lösungsanbietern zur Verfügung gestellt, um diesen kostenfrei zu nutzen und in die eigene IT-Infrastruktur zu integrieren. Die EUDR-Anwendungsempfehlung beschreibt benötigte Datenattribute, die zwischen den Partnern der Lieferkette kommuniziert werden müssen, um die EUDR-Sorgfaltspflichten einzuhalten. In drei konkreten Szenarien wird aufgezeigt, wie Unternehmen GS1 Standards nutzen können, um den Datenaustausch in der Lieferkette effizient zu gestalten und so den regulatorischen Anforderungen nachzukommen. Der beschriebene Prozess beginnt mit dem Import der EUDR-relevanten Waren oder Produkte von ihrem Ursprung, über den Produktionsprozess bis hin zur Bereitstellung für den Einzelhandel. Das Dokument enthält detaillierte Informationen zu standardisierten Datenflüssen und den beteiligten Akteuren. Zusätzlich verweist es auf die Überprüfung der Lieferantenkonformität inklusive rechtlicher Überlegungen zur Risikoanalyse. „Die EDEKA begrüßt den Einsatz von GS1, rechtskonforme und effiziente Standards zur Verringerung der bürokratischen Lasten zu schaffen,“ erklärt Kai Barz Geschäftsbereichsleiter Datenservices bei Edeka. Hier finden Sie die EUDR-Anwendungsempfehlung Neutrale Plattform für unternehmensübergreifenden Austausch Mit diesen ersten Veröffentlichungen aus dem Programm wird die Relevanz eines kollaborativen Ansatzes bei der Umsetzung der EU-Verordnungen erneut deutlich. GS1 Standards können die Grundlage für den Datenaustausch bilden und sicherstellen, dass alle Akteure in der Wertschöpfungskette Zugang zu genauen und aktuellen Informationen haben. Data for Sustainability bietet Unternehmen eine Plattform, um Strategien für den strukturierten und gesetzeskonformen Austausch von Nachhaltigkeitsinformationen zu entwickeln, voneinander zu lernen und effizient in die Umsetzung zu bringen. Diese Transparenz ermöglicht eine bessere Entscheidungsfindung, erhöht die Verantwortlichkeit und fördert das Vertrauen unter den Stakeholdern. „Wir halten die Teilnahme am GS1 Programm Data for Sustainability für essenziell. Derzeit sind sehr viele Gesetzgebungen in Kraft getreten oder in Vorbereitung, die ein Zusammenspiel aller Akteure der Lieferkette erfordern,“ betont Dr. Arndt Scheidgen, Head of Product Stewardship von Henkel Consumer Brands. Pressebild: Im Februar kamen die Teilnehmenden des GS1 Programms Data for Sustainability zusammen, um die Herausforderungen der CSRD zu diskutieren und Lösungen auf Basis von GS1 Standards zu entwickeln. Pressekontakt: GS1 Germany GmbH Tassja Wagner Manager Corporate Communications Stolberger Straße 108 a, 50933 Köln Telefon: +49 170 7009027 E-Mail: tassja.wagner@gs1.de www.gs1.de/newsroom www.gs1.de/ueberuns