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Veröffentlicht am 05.08.2026
Der neue Anwendungsbeginn der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) ist für große und mittlere Unternehmen zwar erst Ende 2026, die praktische Umsetzung beginnt für viele von ihnen jedoch deutlich früher. Nach den jüngsten Anpassungen der Verordnung müssen Unternehmen nun klären, welche Erzeugnisse betroffen sind, welche Rolle sie im Warenfluss einnehmen und welche Daten rechtzeitig erforderlich sind. GS1 Germany legt dazu gemeinsam mit Unternehmen aus Industrie und Handel eine aktualisierte Anwendungsempfehlung zur EUDR vor, die die regulatorischen Änderungen einordnet und Best Practices für die Umsetzung aufzeigt. „Die Verschiebung des Anwendungsbeginns darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Unternehmen ihre Datenprozesse bereits jetzt aufsetzen sollten. Wer erst zum Stichtag beginnt, ist in vielen Lieferketten zu spät dran“, erklärt Peter Uhlig, Manager Sustainability bei GS1 Germany. „Mit der aktualisierten Anwendungsempfehlung schaffen wir ein gemeinsames Verständnis dafür, welche Informationen zwischen welchen Akteuren ausgetauscht werden sollten und wie Standards dabei helfen können, Komplexität zu reduzieren.“ Frühe Produktprüfung entscheidet über die weiteren Pflichten Die EUDR soll sicherstellen, dass relevante Rohstoffe und Erzeugnisse nicht mit Entwaldung oder Waldschädigung in Verbindung stehen. Betroffen sind Kakao, Kaffee, Soja, Ölpalme, Holz, Rind und Naturkautschuk sowie bestimmte daraus hergestellte Produkte. Für Unternehmen ist damit entscheidend, ob ein Produkt überhaupt EUDR-relevant ist. Diese Einordnung bestimmt, welche Informationen benötigt werden und welche Akteure diese bereitstellen oder dokumentieren müssen. Ein Schwerpunkt der Aktualisierung liegt auf der geschärften Rollenlogik der EUDR . Die überarbeiteten Vorgaben reduzieren in vielen Regelfällen die Pflichten für nachgelagerte Marktteilnehmer und Händler. Während Erstinverkehrbringer in der EU weiterhin eine zentrale Verantwortung für die Sorgfaltspflicht tragen, rückt für erste nachgelagerte Marktteilnehmer stärker die Dokumentation relevanter Referenzinformationen in den Fokus. Die Anwendungsempfehlung zeigt die Rollen und Datenflüsse anhand von drei typischen Szenarien: vom Nicht-EU-Erzeuger zum EU-Importeur, vom EU-Importeur zum EU-Hersteller sowie vom EU-Hersteller zum EU-Händler. Dadurch wird nachvollziehbar, welche Informations- und Dokumentationspflichten sich aus der jeweiligen Position im Warenfluss ergeben. Wichtig ist diese Einordnung auch, wenn aufkommende Rückfragen oder begründete Bedenken geprüft werden müssen. Wann solche Bedenken im Einzelfall vorliegen und wie sie in der Praxis zu bewerten sind, wird sich voraussichtlich erst mit zunehmender Anwendung weiter konkretisieren. Vom Nachweis zur nutzbaren Information Für den Austausch zwischen Akteuren ordnet die aktualisierte Fassung relevante Datenflüsse ein und benennt die dafür benötigen Datenattribute. Dazu zählen Angaben zur Produktrelevanz, Referenznummern von Sorgfaltserklärungen, Lieferanteninformationen und Geolokationsdaten. Etablierte GS1 Standards können diese Informationen einheitlich abbilden und digital nutzbar machen . So lässt sich zum Beispiel standardisiert beschreiben, ob ein Produkt EUDR-relevant ist. Auf dieser Grundlage können weitere Informationen, die für die Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben erforderlich sind, konsistent ergänzt und zwischen Geschäftspartnern ausgetauscht werden. Das Dokument bietet auch einen normativen Referenzrahmen für mögliche EUDR-Fragebögen, mit denen sich Informationsbedarfe einheitlicher formulieren und Antworten besser vergleichen lassen. Grundlage dafür waren Erfahrungen aus unterschiedlichen Warengruppen, Rollen und Datenprozessen beteiligter Unternehmen, darunter Alfred Ritter, Alnatura, Edeka, Ferrero, Hagebau und Nestlé. Rolf Lange, Leiter Unternehmenskommunikation der Edeka -Zentrale, sagt: „Für den Handel sind praxistaugliche, branchenweit anschlussfähige Standards ein wesentlicher Hebel, um regulatorische Anforderungen wie die EUDR effizient und verlässlich umzusetzen. Die Arbeit von GS1 leistet hierzu einen wichtigen Beitrag.“ Die EUDR-Anwendungsempfehlung wurde juristisch plausibilisiert und dient als praxisnahe Orientierung, ersetzt jedoch keine rechtsverbindliche Auslegung. Das Dokument steht hier kostenfrei zur Verfügung. Pressefoto: GS1 Germany Anwendungsempfehlung zur EUDR. (Quelle: GS1 Germany GmbH) Pressekontakt: GS1 Germany GmbH Marie Euler Corporate Communications Stolberger Str. 108 a, 50933 Köln Tel: +49 170 7009027 E-Mail: marie.euler@gs1.de www.gs1.de/newsroom www.gs1.de/ueberuns
Veröffentlicht am 31.07.2026
Steigender Kostendruck und der Bedarf an digital integrierten Prozessen erhöhen die Anforderungen an eine effiziente Logistik. In der operativen Praxis verursachen manuelle Abstimmungen, papierbasierte Vorgänge und uneinheitliche Datenflüsse jedoch zusätzlichen Aufwand und vergrößern das Risiko fehlerhafter Informationen. GS1 Germany hat deshalb die Anwendungsempfehlung „Informationsfluss Logistik“ grundlegend überarbeitet. Die neu strukturierte Fassung zeigt, wie Unternehmen logistische Prozesse mithilfe standardisierter EDI-Nachrichten ( Electronic Data Interchange ) effizienter und wirtschaftlicher abbilden können. Im Zentrum steht die Neustrukturierung der Informationswege für Transport, Warehousing und erstmals auch Co-Packing . Die Anwendungsempfehlung konzentriert sich damit gezielt auf operative Logistikabläufe und beschreibt, welche Informationen wann, von wem und an wen übermittelt werden sollten. Ziel ist es, die Umsetzung in der Praxis zu vereinfachen und den elektronischen Datenaustausch zwischen den beteiligten Partnern zu verbessern. „Mit der Überarbeitung haben wir die Anwendungsempfehlung konsequent aus der operativen Perspektive neu gedacht und inhaltlich verdichtet“, erklärt Matthias Haubenreißer, Senior Manager Supply Chain Management bei GS1 Germany. „Denn Unternehmen brauchen heute mehr denn je eine klare Orientierung, wenn sie logistische Abläufe digital abbilden wollen. Die neue Struktur hilft dabei, Informationsanforderungen schneller zu verstehen und in der Praxis reibungsloser umzusetzen.“ Die bisherige Fassung umfasste zahlreiche Szenarien und Untervarianten, die im Zuge der Aktualisierung grundlegend neu modelliert und stärker auf zentrale Module ausgerichtet wurden. Ausgangspunkt war die Frage, welche Daten die Handelspartner in der heutigen Logistiklandschaft konkret benötigen, um wesentliche Abläufe klarer zu strukturieren und robuster zu steuern. Damit richtet sich die Anwendungsempfehlung an Unternehmen aus Industrie, Handel und Logistikdienstleistung, die ihre Prozesse digitalisieren, Medienbrüche reduzieren und Abläufe verlässlicher gestalten wollen. Besonders in operativen Bereichen wie im Wareneingang, in der Transportabwicklung, im Lagerhausmanagement oder im Co-Packing trägt ein einheitlicher Datenaustausch dazu bei, Zeit zu sparen und Fehlerquellen zu verringern. Ein wesentlicher Bestandteil der Aktualisierung ist daher die Überarbeitung der zugehörigen EDI-Nachrichten. Diese wurden fachlich an die neu strukturierten Prozesse angepasst und technisch so aufbereitet, dass Unternehmen die Inhalte einfacher mit ihren eigenen Mapping-Anforderungen abgleichen können. Roman Strand, Senior Manager Master Data + Data Exchange bei GS1 Germany, sagt: „Entscheidend ist, dass fachliche und prozessuale Anforderungen mit der technischen Umsetzung sauber zusammenspielen. Dies ist der entscheidende Vorteil für alle Beteiligten der Supply Chain, um Standards konsistenter und effizienter umzusetzen.“ Aus der neu strukturierten Anwendungsempfehlung wird damit ein praktischer Orientierungsrahmen für die Logistik: Unternehmen können fachliche Anforderungen leichter mit EDI-Nachrichten abgleichen, bestehende Abläufe gezielter überprüfen und die elektronische Kommunikation mit Partnern strukturierter aufsetzen. Das Dokument steht hier kostenfrei zur Verfügung. Pressefoto: Informationsfluss Logistik. (Quelle: GS1 Germany GmbH) Pressekontakt: GS1 Germany GmbH Marie Euler Corporate Communications Stolberger Str. 108 a, 50933 Köln Tel: +49 170 7009027 E-Mail: marie.euler@gs1.de www.gs1.de/newsroom www.gs1.de/ueberuns