21.11.2019

Umfragen zeigen, dass es in Deutschland immer mehr Verbraucher gibt, für die das Thema Lebensmittelherkunft und Transparenz von hoher Bedeutung ist. Auch für die Unternehmen selbst ist das Thema essenziell, um beispielsweise Qualitäts- und Einkaufsprozesse zu optimieren oder eventuelle Rückrufe effizient und schnell umzusetzen. Die dafür relevanten Informationen liegen allerdings häufig in zentralen Datensilos bei den jeweiligen Teilnehmern der Wertschöpfungskette. Um eine effiziente und zuverlässige Transparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette sicherzustellen, müssen diese Daten unternehmensübergreifend ausgetauscht werden.

In der Praxis wird dies heute durch den Einsatz von Rückverfolgbarkeitslösungen erreicht, welche die verschiedenen Akteure miteinander verbinden. So beispielsweise fTRACE – eine Lösung, die den unternehmensübergreifenden Austausch von Herkunfts- und Produktionsdaten ermöglicht. Grundsätzlich bestehen diese Systeme in der Regel aus verschiedenen Bestandteilen wie etwa Schnittstellen zur Datenübermittlung, Berechtigungssysteme oder Tools zur Datenanalyse und -visualisierung. Zudem müssen die eigentlichen Daten in Datenbanken gespeichert werden, die im besten Fall einen Datenzugriff in Echtzeit ermöglichen.

Mehrwert durch Unveränderbarkeit und verteilte Speicherung der Daten

Durch die Entwicklung der Blockchain-Technologie hat sich innerhalb der letzten Jahre eine zusätzliche Möglichkeit ergeben, wie die relevanten Daten gespeichert und verteilt werden können. In diesem Rahmen sind einige Rückverfolgbarkeitslösungen entstanden, welche heute die Blockchain-Technologie nutzen. Blockchain kann in diesem Zusammenhang das Vertrauen in eine Lösung erhöhen, da die Daten nach der Übermittlung nahezu unveränderbar abgespeichert werden. Dies wird durch die Speicherung in sogenannten Blöcken ermöglicht, die mittels kryptographischer Verfahren miteinander verknüpft und dezentral über ein Netzwerk verteilt werden. Dabei gilt es allerdings auch zwischen öffentlichen und privaten Blockchains zu unterscheiden. Die Hauptvorteile der Technologie kommen genau dann zum Tragen, wenn eine öffentliche Blockchain genutzt wird und der Zugriff nicht durch zum Beispiel einzelne Unternehmen beschränkt werden kann.

Die Hausaufgaben liegen in der Digitalisierung

In der Praxis bestehen derzeit noch einige zu klärende Fragen, die nicht nur technische Themen betreffen und auch mit dem Reifegrad der Technologie zusammenhängen. Und: Grundsätzlich kann die Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln auch erfolgreich ohne Blockchain realisiert werden, wie die Praxis seit einigen Jahren zeigt.

Doch ob mit oder ohne Blockchain: Die eingesetzte Lösung kann immer nur so gut sein wie es die vorliegenden Daten und deren Qualität zulassen. Die Basis für eine reibungslose Rückverfolgbarkeit ist zunächst einmal die Digitalisierung der relevanten Prozesse, die heute vielleicht noch papierbasiert durchgeführt werden, sowie die Harmonisierung von eventuell verschiedenen im Unternehmen eingesetzten Datenquellen. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass Rückverfolgbarkeitsdaten in einer hohen Datenqualität und im besten Fall automatisiert mit anderen Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette bis hin zum Erzeuger ausgetauscht werden können. Die Praxis zeigt, dass die Digitalisierung der Prozesse und die Schaffung einer hohen Datenqualität und -verfügbarkeit die derzeit bestimmenden Themen sind, mit denen sich viele Unternehmen beschäftigen.

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Peter H./Pixabay

Patrik Rothe
Ein Beitrag von

Patrik Rothe - Senior Manager Team Client Management, fTRACE

Patrik Rothe leitet den Bereich Client Management bei der fTRACE GmbH, einer hundertprozentigen Tochter von GS1 Germany. Er war an der Durchführung diverser Projekte im Bereich der Lieferkettentransparenz und Lebensmittelrückverfolgung zusammen mit internationalen Händlern und Produzenten beteiligt. In diesem Rahmen beschäftigt er sich seit längerer Zeit mit dem Thema Blockchain und den möglichen Auswirkungen auf die Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln und deren Sicherheit.

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