30.03.2020

Das ist auch in unserem Projekt spürbar: Die Basis und der Ausgangspunkt unseres Vorhabens ist ein logistischer Kernprozess – das Ladungsträgermanagement – und die Experten dafür sind in der aktuellen Ausnahmesituation in ihren Unternehmen stark operativ gebunden. Wir haben die Schwierigkeit, interaktive Workshop-Tage komplett virtuell abhalten und zudem noch auf viele unserer Logistik-Experten verzichten zu müssen.

Was tun? Da nach wie vor unsere oberste Regel gilt – „Anwendungsfall kommt vor Technologie“ –, müssen wir Geduld aufbringen und abwarten, bis die Ressourcen in den teilnehmenden Unternehmen wieder frei werden. Denn ohne saubere Use Case-Modellierung und User Stories macht das wenig Sinn. Wir sind überzeugt, dass der Erfolg der künftigen Lösung darin liegen wird, dass sie Bedarfe des Marktes erfüllt. Daher gilt es 3 wesentliche Punkte zu klären:

  1. Ziele der Lösung, z.B.: Palettensaldo erfassen und echtzeitfähig abstimmen, Transparenz in Soll-Haben-Prozess oder Darstellung der Qualität des LHM im Prozessfluss?
  2. Scope der Lösung, z.B.: Welches Ladungsträgerpoolsystem (geschlossen oder offen) soll die Lösung umfassen?
  3. Mehrwert der Lösung, z.B.: Prozess-Stabilität, Reduzierung Personalaufwand, Ermöglichung Ringtausch …

All diese Punkte müssen die Logistik-Experten klären und anschließend mit Technik- und Governance-Arbeitsgruppe spiegeln. Und es gibt genügend weitere Betätigungsfelder, so dass es uns nicht langweilig wird. Wenig überraschend stauen sich viele Frage in der Governance-Gruppe, bei der es darum geht, welche Leistungsbeiträge vom Konsortium erbracht werden müssen und welche nicht. Wir fragen uns, ob IP von einzelnen Projekt-TN miteingebracht wird und wie es mit der Rechteinhaberschaft aussieht. Außerdem: Wer wird eigentlich für den operativen Betrieb zuständig sein, wer ist Admin-Knoten und wie gehen wir mit System-Ausfällen um? Die Frage der Finanzierung ist ebenfalls zentral. Es gilt ein Geschäftsmodell zu entwickeln.

Daneben beschäftigt sich die Governance-Gruppe auch mit der Produktbeschreibung:

Informationsmanagement: Wer wird wie wann über Änderungen informiert? Müssen wir an Sanktionierungsmaßnahmen denken - also dass wir User sperren können? Wie funktioniert die Migrationsphase und die Integration in bestehende Unternehmensprozesse? Wann ist Zeitpunkt für Saldo 0? Last but not least die Gretchen-Frage aus 2018: Wer darf wann welche Daten sehen?

Keine dieser Fragen werden wir in einem Anlauf klären können, sondern werden einige Schleifen drehen müssen, denn ihre Beantwortung hängt maßgeblich mit den Anforderungen der Logistik und der Machbarkeit auf technischer Seite zusammen. Nicht nur für Corona, auch für unser ambitioniertes Vorhaben gilt #strongertogether #weareinthistogether #blockchain2gether.

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Hannes Egler, Unsplash

Regina Haas-Hamannt
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Regina Haas-Hamannt - Lead Innovation, GS1 Germany

Regina Haas-Hamannt treibt eine große Leidenschaft für Veränderungen und das Unbekannte. „Done is better than perfect“ ist ihr Motto. Nichts schätzt sie mehr als den gesunden Menschenverstand – gerade bei der Beurteilung von Emerging Trends. Sie arbeitet im Rahmen der Trend-Forschung bei GS1 Germany seit mehr als zwei Jahren intensiv am Thema Blockchain und hat mit dem Pilotprojekt das bundesweit größte Projekt zu Blockchain gestartet.

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Thomas Nock
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Thomas Nock - Associate Director, Lufthansa Industry Solutions

Thomas arbeitet bei der Beratungsgesellschaft Lufthansa Industry Solutions und leitet dort das Geschäftsfeld „Supply Chain Management“. Die innerbetrieblichen Warenströme bzw. wertschöpfenden Prozesse der Kunden, von der Umlagerung aus Fernost bis zur kleinteiligen Lagerbewegung beschäftigen ihn seit Jahren. Von der Mitwirkung im Projekt „Blockchain im Ladungsträgermanagement“ verspricht er sich, in der Schaffung eines Standards mitwirken zu können sowie wichtige Erkenntnisse für weitere Beratungsimpulse für die Lufthansa Industry Solutions erlangen zu können.

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