Wenn Hype auf Wirklichkeit trifft: GS1 Germany startet Blockchain-Piloten

Ladungsträgermanagement mit Blockchain

Um belastbare Erkenntnisse über Stärken, Schwächen und Potentiale von Blockchain zu erhalten, wird GS1 Germany in diesem Jahr ein Pilotprojekt zusammen mit Unternehmen aus Handel, Industrie, Logistik, IT und Wissenschaft an einem konkreten Logistikanwendungsfall durchführen. Den größten Optimierungsbedarf in diesem Segment besitzt dabei der Tauschprozess von Paletten. Ziel ist zum einen, belastbare Erkenntnisse über Stärken, Schwächen und Potenziale von Blockchain zu erhalten. Zum anderen soll erprobt werden, inwiefern sich mittels Blockchain ein effizienter Tauschprozess entwickeln lässt. 

Digitaler Palettenschein in der Blockchain

Im Kern des Pilotprojekts wird der Palettenschein stehen. Im Frühjahr 2017 hatte eine Projektgruppe aus Handel, Industrie und Logistik unter dem Dach von GS1 Germany bereits seine Standardisierung auf den Weg gebracht. Im Rahmen des Pilotprojekts soll dieser mittels Blockchain getauscht werden können. Für die Branche wäre das ein Quantensprung. Denn heute gehört der Palettenschein auf Papier noch zum Tagesgeschäft eines jeden Lkw-Fahrers.

So funktioniert´s

Um die Tauschprozesse zu dokumentieren, setzen Warenempfänger die Scheine als Gutscheine ein, wenn der Palettentausch nicht direkt erfolgt. Der Besitzer kann den Palettenschein später selbst oder über Dienstleister beim Schuldner einlösen. Das Pilotprojekt wird eine bestimmte Variante des heutigen Ladungsträgertauschs fokussieren: ein Tauschsystem, bei dem die Akteure – im Gegensatz zum offenen und geschlossenen Palettenpool – nicht unbedingt bekannt sind und es keine standardisierten Regeln, Rechte und Pflichten für den Tauschprozess gibt. Zudem findet der Austausch in der Regel bilateral statt, ohne eine dazwischengeschaltete Instanz wie den Betreiber. Der Effekt: Jeder kann mit jedem alle Scheine und Ladungsträger tauschen. Das führt zu maximaler Komplexität und zum Teil auch zu Unsicherheiten. Mittels Blockchain könnte es theoretisch gelingen, die Prozesse effizienter zu managen und gleichzeitig das Vertrauen zwischen allen Beteiligten zu festigen.

Pilot-Skizze

Im ersten Schritt werden die Projektteilnehmer gemeinsam den Ladungsträger sowie die Pilotvarianten und Prozessabläufe festlegen, die es zu erproben gilt. Die zweite Phase befasst sich mit der Definition der technischen Systemarchitektur: Welche Blockchain wird eingesetzt? Soll eine private oder eine öffentliche Blockchain getestet werden? In Phase 3 werden Simulationsumgebung und Prototyp entwickelt. Es folgt die Durchführung eines Testlaufs. In der vierten Phase erfolgt der eigentliche Blockchain-Test. In Phase 5 beschließen die Ergebnis-Auswertung und die Ableitung von Handlungsempfehlungen den Blockchain-Piloten.

Infografik Pilotprojekt: Blockchain im Ladungsträgermanagement - Projektverlauf in fünf Phasen
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Verena Krick Pressereferentin